Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Wahrhaftig

„Aber Jesus lebt doch gar nicht mehr?“, fragte mich Knöpfchen vor einer ganzen Weile. Ja, wie erklärt man einem Dreijährigen, dass er doch irgendwie noch lebt? Er meinte dann weiter: „Der ist doch bei Gott im Himmel.“ Ja, auch das. Aber wo ist dieser Himmel? Und was bedeutet das?

Als wir relativ neu hier gewohnt haben, erzählte Knöpfchen eines Nachmittags nach seiner Pause, dass er Jesus gesehen hat. Ich habe erst nicht viel nachgefragt. Jesus war ihm ein Begriff, aber er war damals erst knapp zwei Jahre alt und hat das sehr selbstverständlich erzählt. Wir haben vorher nicht viel in der Kinderbibel gelesen. Ich hab ihn dann gefragt, was Jesus gemacht hat. Dann meinte er: „Der stand einfach da und hat lieb geguckt.“ Nochmal Kind sein. Jesus begreifen. Ganz selbstverständlich. Das wärs doch oder?

Am Freitag konnte ich mit Sternchen in den Gottesdienst und es wird mir jedes Jahr bewusster, dass ich echte Trauer spüre und um Jesus weine. Diese Tränen sind mir so kostbar und ich bin dankbar, dass sie einen Platz haben in meinem Glaubensleben. Ich las mit Knöpfchen den Teil der Kreuzigung und empfand Unverständnis, für das Handeln Jesu und der Menschen um ihn rum? Warum?

Dann kam der Samstag. Zwischen Trauer und Hoffen. Wir waren auf einem Kindergeburtstag und ich konnte Freundschaften keimen sehen, zwischen diesen kleinen Jungs. Sternchen mittendrin. Welche Freude. Abends grillen mit der Familie.

Und dann kam der Sonntag. Der Wecker klingelte um 05:30 Uhr. Aber nicht für den Gottesdienst, sondern für die Tradition der Familie meines Mannes. Wir laufen in den Wald, warten auf den Sonnenaufgang, sammeln Eier. Christen & Atheisten. Familie. Ich war seit acht Jahren nicht mehr am Ostersonntag im Gottesdienst, denn diese Tradition gefällt mir. Auf dem Hinweg hatte ich Lieder im Kopf, ging sie leise für mich durch. Wir haben alle geschwiegen, bis die ersten Sonnenstrahlen über die Bäume kamen. Ein besonderer Moment mit der Familie und ich bin dankbar, dass wir das so gemeinsam erleben können, auch wenn es unterschiedliche Bedeutungen hat. Sogar Knöpfchen ist dann ganz ruhig und sein leises Lachen zwischendurch ist genau richtig.

Und morgen kommt der Montag und ich frage mich, werde ich Jesus erkennen, wenn er neben mir steht?

Frohe Ostern ihr Lieben. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

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