Alltag als Mama, Glaube im Alltag, Tiefgang

Why

Ich hab so den Eindruck, dass einige mächtige Menschen ihr Warum nicht genau kennen und eventuell daraus schwerwiegende Entscheidungen treffen.

In unserem Kurs, der mich die letzten fünf Wochen zu einem Großteil meiner Zeit ausgefüllt hat, nicht mit Arbeit, aber mit Gedanken, haben wir den TeilnehmerInnen vorallem eins mit auf den Weg gegeben: Kenne dein Warum und lerne darüber zu sprechen. Das braucht Zeit, Kraft und Mut. Leider haben schlechte Menschen da irgendwie mehr Talent drin sich ganz sicher zu sein und ihre Überzeugung auf viele andere zu übertragen. Warum hält ihn niemand auf?

Mir ist schlecht.

Heute morgen hatte ich den Drang in eine Kirche zu gehen. Zwei evangelische in Laufnähe waren geschlossen. Die katholische Kirche war geöffnet. Ich ging mit meinem Mann und Sternchen hinein und wir zündeten Kerzen an. Für die Menschen in der Ukraine und in Russland. Eine Regierung ist kein Spiegel der Bevölkerung. Öffnet die Kirchen.

Die Stille umfing uns. Ich wurde ruhig.

Knöpfchen sagt heute immer wieder wie lieb er mich hat. Wir haben eine gute Zeit zusammen. Ich bin dankbar dafür. Denn Sternchen spürt meine Unruhe anders und weint viel. Ich trage sie. Umfange sie, mit meiner Liebe und gebe ihr Geborgenheit. Ich versuche es.

Vor zwei Jahren bin ich zusammen gebrochen. Weil vieles in mir zerbrochen war und die Welt, wie ich sie kannte einen Schock erlitt. Ich litt mit.

Heute, nach zwei Jahren aufarbeiten, bearbeiten und besser verstehen, stehe ich anders da. Fühle den Boden unter meinen Füßen. Kann weinen. Kann meiner Freundin am Telefon sagen, dass mir das gerade alles zu viel ist. Sie sagt, das ist ok. Und ich weiß, das ist es. Ich kann Mitgefühl spüren und empfinden, aber es wirft mich nicht um. Ich vertraue meinem Gott und bete. Ich danke Gott, dass ich Anteil nehmen kann ohne zu zerbrechen. Denn ich will nicht wegschauen und ich will ansprechbar sein für Menschen, die sich vielleicht gerade so fühlen, wie ich vor zwei Jahren.

Warum – sind Menschen so und beginnen einen Krieg? Weil sie sich dazu entscheiden.

Wir entscheiden was wir tun und aus welcher Motivation heraus und das ist die größte Freiheit, die ein Mensch haben kann. Lasst sie uns weise nutzen. Lasst uns dankbar sein für unsere Demokratie. Und lasst uns beten und alles dafür tun, dass sich etwas ändert an dieser bedrohlichen Situation. Wir haben nicht die Kontrolle darüber, sind kleine Menschen in einem großen Gefüge. Aber wir haben den einen Gott an unserer Seite, der jedes Gebet hört. Das ist meine tiefe Überzeugung und deshalb weiß ich auch, was ich zu tun habe. Vielleicht gehe ich jetzt öfter in die Kirche zum Beten. Wahrscheinlich auch wieder in die katholische, denn da ist nichts was uns in so einer Situation trennen könnte. Kommst du mit?

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