Alltag als Mama, Visionen, Von Herz zu Herz

Microsabbatical Teil II

Da mich jetzt doch schon einige angesprochen haben wann der zweite Teil kommt, setze ich mich lieber direkt heute Abend dran und berichte euch. Und ich tue es gerne.

Als ich die Tage im Tinyhouse für mich gebucht habe, dachte ich eigentlich, dass ich die Zeit im nutzen würde um an meinem Blog zu arbeiten oder mich mit meinem Abschied in der Gemeinde zu beschäftigen. Allerdings bin ich in den letzten Wochen so oft mit der Frage konfrontiert worden: „Warum ich denn aufhöre zu arbeiten?“, dass ich mir immer mehr Gedanken darüber gemacht habe, wie ich mein Mamasein und unseren Familienalltag leben möchte. Denn die Frage hat mich oft verwirrt. Ich bekomme ein Baby, wie soll ich denn da gleich wieder arbeiten gehen? Es scheint für viele nicht nachvollziehbar zu sein, wie eine längere Elternzeit zu mir passt. Das schließe ich zumindest aus den immer wiederkehrenden Fragen. Deshalb habe ich mich dann entschieden die Zeit im Tinyhouse für das Projekt „Familie“ zu nutzen. Denn mal ehrlich, wie oft mache ich das sonst? Kaum. Ich lese mal den ein oder anderen Artikel und das ein oder andere Buch, aber ich reflektiere mich selten im Mama- oder Ehefrausein. Eher beruflich oder in anderen Konstellationen. So war also klar, welchem Thema ich mich widme und ich habe mir meine Lektüre zusammengestellt:

Ich könnte euch jetzt mit all meinen Erkenntnissen aus den Bücher langweilen. Im Ernst bräuchte ich dafür wahrscheinlich einfach viel zu viel Zeit. Es war auf jeden Fall gut verschiedene Themen dabei zu haben. Minimalismus, Geschwister, Bibel, Andachtsbuch einer Mama und ein Buch, dass irgendwie den Druck von allen möglichen Erwartungen nimmt, die sich in unserer Gesellschaft immer wieder an uns heran schleichen und uns das Gefühl geben können schlechte Eltern zu sein. Der Bullerbü-Komplex von Lars Mandelkow. Dieses Buch hat im Grunde eine Hauptaussage: Lass gut sein. Hör auf dich zu stressen und dir von irgendjemandem das Gefühl geben zu lassen du machst es nicht richtig. Eine Weisheit aus diesem Buch, die ich mir auf jeden Fall mitnehme und nicht mehr vergessen will ist: Die gelebte Liebe eines Paares ist der Kern einer Familie. Beim Lesen wurde mir an vielen Stellen bewusst, dass wir uns intuitiv als Paar schon von vielen Dingen gelöst haben, die uns Druck machen könnten. Und trotzdem passiert es manchmal. Wenn mich zum Beispiel die zehnte Person frägt, warum ich aufhöre zu arbeiten. Höre ich auf zu arbeiten? Nein, sicher nicht. Ich bin dann für zwei Kleinkinder und eine Familienorganisation zuständig, ich denke ich werde mir eher das ein oder andere mal wünschen entspannt im Büro zu sitzen.

Es ist mir am Wochenende immer wieder bewusst geworden, dass ich es so schätze, welche Freiheiten wir in Deutschland als Eltern haben. Wir können uns, meiner Meinung nach entscheiden. Ob unser Kind mit einem Jahr oder drei Jahren in den Kindergarten geht. Ob wir uns bevor wir Kinder bekommen mit dem Hauskauf verschulden und das dann voraussetzt, dass beide arbeiten gehen müssen, wenn die Kinder noch ganz klein sind. Ich bin dankbar, dass mein Mann und ich da gleich ticken und wir beide die ersten drei Lebensjahre unserer Kinder Zuhause begleiten wollen. Bei Knöpfchen war es für mich ein Jahr und für meinen Mann zwei Jahre, bei unserem zweiten Kind werde ich länger Zuhause sein, damit mein Mann in aller Freiheit Jobs annehmen und seine Selbstständigkeit aufbauen kann. Das alles soll aber nicht auf Kosten unserer Kinder passieren. Deshalb bleibt eben einer von uns Zuhause. Ich freue mich auf diese Zeit und bin wie schon geschrieben so dankbar um die Möglichkeit der Elternzeit.

Das Buch „Einfach Familie leben“ gibt mir in so vielen Bereichen die Sicherheit und Gewissheit: Kinder kosten nicht viel Geld. Die Dinge die Kinder wirklich brauchen sind in den ersten Jahren leicht verfügbar. Man kann tauschen, gebraucht kaufen und sich bei so vielen Dingen auch wirklich beschränken und das Kind wird nicht darunter leiden. Denn das was unsere Kinder wirklich brauchen sind stabile Bezugspersonen und ein sicheres Zuhause. Dieses Buch gibt Einblick in verschiedene Bereiche wie Kleidung, Ernährung, Spielzeug, Mobilität und Wohnen. Es gibt viele praktische Tipps und Anregungen zur Umsetzung der ersten Schritte. Es macht Lust auf mehr und bei mir hat es am Wochenende sehr gut zu der minimalistischen Einrichtung im Tinyhouse gepasst. Zuhause habe ich mir gleich wieder Gedanken gemacht, was uns nur unnötig belastet und wovon wir uns trennen könnten. Also auch hier eine eindeutige Leseempfehlung an euch.

Außerdem war das Buch: Geschwister als Team von Nicola Schmidt mit dabei. Von ihr habe ich bereits zwei Bücher gelesen (Artgerecht) und es waren ehrlich gesagt die einzigen Ratgeber die mir geholfen haben als Knöpfchen geboren wurde und dann auch in der Kleinkindphase, in der wir uns gerade befinden. Das Geschwisterbuch hat mir schonmal ein bisschen die Möglichkeit gegeben mich auf die neue Situation ab Juli/August einzustellen und mir ein bisschen auszumalen wie ich in verschiedenen Momenten reagieren könnte. Vor allem hat es aber meine Neugierde auf unser Ungeborenes noch mehr gesteigert. Was kommt da für ein Mensch in unserer Familie? Wie wird er oder sie sich bei uns fühlen?

Zwischendurch habe ich Bibel gelesen, die Stille genossen, meine Gedanken sortiert und niedergeschrieben, Karten geschrieben und mir Erinnerungsstützen verpasst.

Meine Familie war es definitiv wert mir intensiv Zeit zu nehmen, zu reflektieren und auch einige Gedanken auszumisten. Ich habe gemerkt, dass ich mir immer noch viel zu viel daraus mache, was andere zu mir sagen und von mir denken. Und oft denke ich auch eher, dass man schlecht von mir denkt, als das man verstehen und gut finden kann was ich tue. Die Zeit war deshalb so gut, weil ich an vielen Stellen gemerkt habe, wir sind gut unterwegs und haben viele von unseren Werten im Alltag fest verankert.

Ich wünsche jedem von euch, dass ihr euch auch mal so eine Zeit gönnt. Ich war mir dieses Wochenende wert und Gott hat diese Zeit genutzt in mir zu wirken, das wäre ihm im Alltag nicht so leicht gelungen. Ich hoffe euch ein bisschen inspiriert zu haben und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung.

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