Ich liege. Schon wieder. Heute lag ich etwa 80% des Tages auf dem Sofa und ich denke, das ist wirklich keine Übertreibung. Und das nicht etwa, weil ich krank bin. Ich erhole mich vom Alltag und habe mich heute immer wieder gefragt, warum es mir heute relativ leicht fällt liegen zu bleiben, denn sonst fällt mir so alle 15 Minuten spätestens ein, was noch zu tun ist.
Aber heute habe ich wirklich nur das Nötigste getan und dabei fällt mir ein, dass ich die Wäsche in der Waschmaschine vergessen habe…. Aber jetzt liege ich schon und stehe auch nicht mehr auf.
Warum das heute so gut ging also. Wir hatten keine Termine! Keinen einzigen. Keine Verpflichtungen, Erwartungen. Wir haben den freien Samstag eingeplant und ich habe mich die ganze Woche darauf gefreut, das zu tun, worauf ich dann Lust habe und der Rest der Familie natürlich auch. Mein Körper hatte heute Lust zu ruhen. Nach einer intensiven oseopathischen Behandlung gestern musste ich dem noch ein wenig nachspüren, außerdem PMS. Mehr brauche ich glaube ich nicht erklären. Meinem Mann ging es es ähnlich und nachdem unser Großer (Knöpfchen zu schreiben wird langsam komisch) allein beim Bäcker Brötchen geholt hat und wir uns bei einem leckeren Frühstück gestärkt hatten, ging jeder seinem Interesse nach. Zugegeben, ich hing relativ lange auf Social Media rum, hab es dann aber irgendwann gelassen. Gelesen, gedöst, gegessen, Kaffee getrunken, Bilder angeschaut, mit Bienchen gekuschelt, Sternchen geholfen ihre Puppe ins Tragetuch zu nehmen und solche Dinge eben. Ich war tiefenentspannt. Auch wenn immer wieder mein innerer Kritiker laut wurde und mir einreden wollte ich müsste produktiv werden. Zumindest Tagebuch schreiben. Die Kaffeemaschine entkalken, hab ich dann auch gemacht. Aber sonst hab ich heute einfach nichts gemacht. Die Wäsche ist immer noch in den Körben und nicht ins Schrank, dir Wohnung ist nicht frisch geputzt und ich habe kein To Do von meiner Liste gestrichen heute. Da ich die aber auch nicht mehr so pflege, ist das auch nicht so schlimm.
Es kommt mir vor, als hätte Gott mir heute gezeigt, dass es wirklich ok ist mich auszuruhen. Dass ich nicht immer so tun muss, als würde mir alles super leicht fallen. Diese Woche hatte es in sich. Wir wissen auch immer noch nicht wann wir umziehen. Ich darf ausruhen. Ich bin keine Maschine und das Tolleste heute war, dass die Kinder es echt gut annehmen konnten und einfach ihr Ding gemacht haben. Größtenteils. Auf dem Sofa liegende Eltern eignen sich natürlich super zum Kuscheln. Heute war ein Tag voller Frieden und Liebe in unserer kleinen Familie und ich bin Gott so dankbar, dass er das möglich gemacht hat, indem er mir diesen inneren Druck nimmt und ich immer weiter wachsen darf. Zu seinem Herz hin. Dass ich gut zu mir sein darf, weil er es auch ist. Ich muss niemandem etwas beweisen, aber ein bisschen stolz bin ich wirklich heute Abend. Dass mir das Nichtstun heute gelungen ist und ich glaube ich mache morgen noch ein bisschen damit weiter.
Heute Abend spüre ich, dass viele Monate des Gebets Früchte tragen. Auch wenn es schon in einzelnen Momenten vorher spürbar war, so bin ich mir jetzt nach diesem Tag noch sicherer, dass wir die Ruhe wirklich brauchen. Lernen können dem Druck und den Erwartungen unserer Gesellschaft und unseres Umfelds die Ruhe entgegen zu setzen, die Gott uns lehrt. Mit leichtem Herzen, ohne Selbstzweifel und Scham. Im Hier und Jetzt. Gott ist gut zu uns und wir dürfen es auch sein.