Beinahe drei Wochen Ferien liegen hinter uns. Zwei von uns fünf hatten in dieser Zeit Geburtstag. Das haben wir gefeiert mit Groß und Klein. Der Hof wurde leerer und leerer. Viele sind im wohlverdienten Urlaub. Unserer liegt noch vor uns.
Wir haben die Hitze erstmal geschafft. Es war enorm und der erhoffte Regen lässt keine Wünsche mehr offen. Es riecht nach Sommerregen, die Regentonne füllt sich wieder. Pflanzen und Menschen atmen auf. Danach fragt man sich ja manchmal, wie man das geschafft, wie ausgehalten hat.
Jedem Tag seine eigene Daseinsberechtigung geben. Es geht nicht um die perfekten Ferien oder den schönsten Urlaub. Es geht um den Moment. Das jedenfalls sage ich mir seit knapp einem Monat. Denn die Ereignisse haben sich gehäuft, für einen Überschlag war es zu heiß. Die To do’s haben sich angesammelt und technische Hürden störten nicht selten die Vollendung. Wir sind damit fertig geworden und dürfen uns jetzt wirklich auf den Urlaub freuen. Auf Familientreffen und Zeit nur für uns fünf.
Ich will zufrieden sein und mir eingestehen, dass ich wirklich auch eine Pause brauche. Vom gemeinschaftlichen Leben, vom Stadtteil, vom ‚zu viel‘ und vom ‚zu wenig‘.
Ich spüre Unruhe, die gute und die weniger gute und weiß, dass ich gerade sehr durchlässig bin für die Schicksale und Nöte der anderen. Ich bin feinfühlig und schnell empört und manchmal macht mich das richtig sauer und stört mich. Es liegt wahrscheinlich an Vielem und nichts Konkretem und daran spüre ich, dass es eben doch eine Aufgabe ist mit drei Kindern Ferien zu verbringen. Ich will mich nicht beschweren. Nur teilen und gestehen, dass diese Ferien, so schön sie sind und so sehr ich die intensive Zeit mit den Kindern genieße, mir einiges abverlangen.
Es ist ein Privileg so viel Zeit mit unseren Kindern zu verbringen und ich bin unendlich dankbar dafür. Aber manchmal will ich auch allein sein und nur machen, was mir gut tut.
Aus vielen Gesprächen mit Freundinnen und Freunden weiß ich, dass ich mit diesen Gefühlen nicht allein bin und der Austausch hilft das anzunehmen und nebeneinander stehen zu lassen. Ich tue was ich kann, versuche die beste Version von mir selbst zu sein und zu wachsen. Für mich, aber auch für meine Kinder.
Gestern Abend war Knöpfchen so enttäuscht, weil ich ihm etwas nicht geglaubt habe. Wir wissen immer noch nicht, wer sich richtig erinnert hat und mussten unsere Gefühle aushalten. Nicht ohne eine Umarmung und Versöhnung vor der Nacht. Es zeigt mir wieder, dass unser Leben so vielschichtig ist. Wir begleiten Emotionen und haben selbst welche. Wir gehen unseren Plänen nach und helfen den Kindern ihre zu erfüllen. Wir begleiten in den Schlaf und am Morgen in den Tag. Dabei kommen wir selbst klar und versuchen ein gutes Leben zu führen. Aber wir kommen auch an unsere Grenzen.
Heute will ich gut auf sie achten, auf meine und die der Menschen um mich und vielleicht hilft dir dieser Beitrag, das auch zu tun.