Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Phasen – es ist nur eine Frage der Zeit

Kennt ihr diesen Gedanken: wann bin ich endlich mit allem fertig? Hier kommt die ehrliche Antwort: Nie. Die eigentliche Frage müsste lauten, wie schaffe ich es zufrieden zu sein, obwohl sich meine Aufgaben immer wieder wiederholen und ich oft das Gefühl habe (welches berechtigt ist) mit nichts jemals fertig zu werden.

Manchmal könnte ich verzweifeln… Schon wieder Wäsche waschen. Warum ist das schon wieder so viel? Können nicht alle mal bisschen sparsamer sein? Damit ich… ja was? Nie mehr Wäsche waschen muss? Das wird wohl nichts. Gehört halt dazu.

Ich versuche mein Leben in Phasen zu sehen. Jede Woche hat verschiedene Phasen. Die Entwicklung der Kinder besteht aus Phasen. Unsere Ehe besteht aus Phasen. Das Jahr besteht aus Phasen. Sie kommen und gehen. Nerven oder bringen Freude. Mir hilft es mir immer wieder bewusst zu machen, dass Phasen vorübergehen, sie nicht ewig sind und ich damit zurechtkomme. Sternchen hatte vor kurzem zwei schlechte Nächte und ich habe schon versucht eine Regel daraus zu machen und überlegt wie ich den Alltag schaffen kann, wenn das so weiter geht. Mein Mann hat mich dann darauf hingewiesen, dass das Unsinn ist und ich darauf vertrauen darf, dass diese Phase vorüber geht und uns nicht lebenslänglich begleiten wird. Er ist so schlau. Es war dann tatsächlich so. Es waren diese beiden Nächte. Wir wissen nicht genau was sie hatte. Haben Vermutungen, aber letztendlich war ich erleichtert und dankbar, dass sie nicht dabei geblieben ist. (Ich habe den allergrößten Respekt vor allen Alleinerziehenden und Eltern von Kindern, die nachts ständig schreien, wie macht ihr das? Ihr seid Helden!)

Dieses Gefühl mit allem fertig werden zu wollen erzeugt bei mit manchmal sehr großen Druck und ich fühle mich demotiviert und verliere die Freude an den Dingen, die mir eigentlich so viel Spaß machen. Geschenke einpacken wird dann zum Beispiel zu einer lästigen Aufgabe, wobei ich es so liebe Menschen zu beschenken. Karten schreiben wird zur Aufgabe, die fertig werden muss. Obwohl Worte mir so viel bedeuten. Konsequenz? Es muss nicht für jeden eine Weihnachtskarte geben. Ich kann das ganze Jahr Karten schreiben, werde ja eh nie damit fertig werden, denn es wird immer wieder einen Grund geben eine Karte zu schreiben. Woher kommt dieser Wunsch eigentlich? Fertig werden. Es wäre doch verrückt nichts mehr zu tun zu haben. Ich würde mich unendlich langweilen und das nächste Projekt anfangen, dessen Fertigstellung mich dann wieder stresst… Ich bin wirklich kompliziert, aber diese Gedanken habe ich eben und ich glaube, es geht vielen Menschen so. Zumindest höre ich das aus Gesprächen mit anderen heraus.

Ich habe dieses Gefühl sogar manchmal beim Lesen. Freue mich dann, wenn ich ein Buch durchgelesen habe und es weg packen kann. Dabei ist das doch doof, also wenn es gut war zumindest. Ich habe schon ein paar Mal versucht diesem Gefühl entgegenzuwirken, aber hast du schon mal versucht fünf Bücher gleichzeitig fertig zu lesen? Was ein Stress.

Obwohl ich ein sehr strukturierter Mensch bin, bringe ich mich oft in Situationen der Überforderung. Dazu kommen dann die Dinge, die ich nicht beeinflussen kann. Anstrengende Nächte oder Tage. Unsere Gesundheit. Und diese Geschichte mit den Phasen. Ich kann mir tolle Dinge ausdenken, aber ich darf gleichzeitig auch wissen, dass es nicht darum geht möglichst schnell mit allem fertig zu werden, sondern Dinge zu tun, die mich zufrieden machen. Die meinen Alltag ergänzen und nicht überfrachten. Und dann spüre ich manchmal auch, dass es Dinge gibt, die sind gerade einfach nicht dran. Wir haben zwei Kleinkinder. Ab 20.00 Uhr geht bei mir gerade gar nichts mehr. Ich mag liegen, lesen und ruhen. Damit ich für den neuen Tag gerüstet bin. Es bringt mir nichts, lange wach zu bleiben, denn der nächste Tag kommt ja und ich leide, wenn die Kinder mein Schlafdefizit ausbaden müssen.

Ja, ich freue mich auf die Zeit, wenn Sternchen durchschläft und Knöpfchen sein eigenes Bett wieder mehr zu schätzen weiß. Aber ich werde mich hüten mich darüber zu beschweren, dass wir unser geliebtes Familienbett gerade zu fast 100% auslasten. Denn meine Familie ist mein ganzes Glück. Und diese wunderschöne Phase wird auch vorübergehen und ich werde mich danach sehnen, sie zu tragen und von ihnen umarmt zu werden.

Jede Phase hat etwas Besonderes. Und in allem Schweren gibt es auch immer etwas zu bestaunen. Zum Beispiel nach den beiden beschriebenen, anstrengenden Nächten mit Sternchen hat sie sich weiterentwickelt. Hat plötzlich gezielt nach Dingen gegriffen. Wie gut, dass sie da durch gegangen ist um etwas neues zu erlernen.

Und so ist es doch auch bei uns. Manchmal müssen wir durch, aber wir kommen zumeist, gestärkt daraus hervor. Sind gereift an der Herausforderung und den neuen Aufgaben. Und dieses Wissen kann uns durch schwere Phasen tragen und uns eine gewisse Leichtigkeit empfinden lassen. Was nicht heißt, dass es immer leicht ist. Aber wir sind in der Lage die Perspektive zu wechseln und auch immer wieder mal zurück zu schauen, wie wir schwere Phasen gemeistert haben. Ich schaue mir dann zum Beispiel Bilder aus dieser Zeit an und staune, was da alles passiert ist, in dieser Zeit und wundere mich dann gar nicht mehr, dass ich es schwer fand.

Und was ich gerade auch immer wieder feststelle: Weinen reinigt und macht es leichter und wenn ich nicht mehr weinen kann, dann ist es zuviel. Jetzt denkst du vielleicht, dass du selbst nicht so viel weinst. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es bei dir auch Anzeichen dafür dafür gibt, wie du gerade in einer Phase drin steckst.

Meine aktuelle Phase heißt krank sein. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer es mir fällt im Bett zu bleiben, schon den zweiten Tag. Das geht nur, weil mein Mann da ist und sich um Knöpfchen kümmert. Sternchen liegt bei mir und ist zum Glück sehr zufrieden. Sie macht süße Geräusche und lacht mich an. Das kann ja nur helfen beim Gesundwerden. Eine Phase, die mir gerade gar nicht passt, denn in vier Tagen ist Weihnachten und ich hätte da noch so 1-100 Sachen vorzubereiten, aber es hilft ja nichts. Es geht nicht und ich werde jetzt auch nicht so tun, also würde es mir gut gehen um dann nach Weihnachten krank zu sein. Mein Körper sagt Stopp und ich höre auf ihn, auch wenn ich es gerade sehr schade finde.

Ein Tag später, nur noch drei Mal schlafen, Sternchen ist jetzt auch krank. Was will man mehr so kurz vor Weihnachten? Achja Ruhe wars. Die hab ich in diesem Moment, weil Sternchen auf mir schläft. Die letzten Geschenke bekommen ihren improvisieren Schliff, denn in die Stadt gehe ich sicher nicht mehr. Stand heute.

Ich bete viel. Und wünsche diese Phase wäre schon Vergangenheit, spüre meine Kräfte ganz langsam zurückkehren, die Hoffnung nimmt Raum ein, mein Blick hebt sich. Ich halte die Füße still, solange, bis ich wirklich nicht mehr krank bin. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal.

Meine Gedanken drehen sich sehr oft um dieses Thema. Ich mache mir Pläne und überlege mir, wie ich nächstes Mal besser reagieren kann, wenn sich eine schwierige Phase anbahnt und ich merke, wie ich anfange zu straucheln. Meine Tipps: begrenztes Jammern, hoffnungsvolles Weitergehen, nicht Hängenbleiben im Gefühl, dass es jetzt immer so sein wird, Kraft schöpfen aus positiven Erfahrungen in ähnlichen Situation. Phasen kommen und gehen, verändern und bestärken uns, verwirren und fordern uns heraus. Es ist der Lauf des Lebens, dass wir nicht mit allem sofort klar kommen und uns überfordert fühlen, obwohl wir doch an alles gedacht haben. Ich bin so dankbar um meinen Glauben und die Perspektive Ewigkeit. Ich schließe meine Augen und weiß mich getragen von meinem himmlischen Vater, der zu mir sagt: „Auch diese Phase geht vorbei.“

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