Glaube im Alltag

Freude

Es fühlt sich etwas komisch an über Freude zu schreiben während ich erkältet im Bett liege. Mein Mann ist mit den Kindern spazieren, damit ich mich wirklich mal ausruhe und nichts machen muss.

Gestern hat meine Erkältung einen Tag Pause eingelegt. Das war super, denn wir waren auf eine Hochzeit eingeladen. Eine sehr kleine Hochzeit, aber für alle die dabei sein konnten so wichtig. Das Paar konnte trotz der Lage einen schönen Tag verbringen und sich mit Gottes Segen und ganz viel Freude aufmachen, in ihr gemeinsames Leben zu zweit. Die Feier war anders als gedacht, doch Gott hat viele kleine Wunder geschehen lassen, damit dieser Tag unvergesslich bleibt.

Freude. Jubeln. Hoffnung.

Noch fünf mal schlafen, dann ist es soweit. Weihnachten. Heiliger Abend. Licht kommt in die Welt und breitet sich aus. Auch dieses Jahr? Ich empfinde die momentane Situation als ungreifbar und teilweise macht es mich einfach wütend. Gestern sind wir an einem Kino vorbei gelaufen und ich hatte für einen ganz kurzen Moment dieses Gefühl von Normalität. Wisst ihr was ich meine? Als würden mein Mann und ich da jetzt einfach reinlaufen und uns einen Film anschauen ohne an sonst irgendetwas denken zu müssen. Außer natürlich wo die Kinder in dieser Zeit sind. Klar, wir könnten gerade ins Kino, aber über allem schwebt doch gerade diese Wolke der Unsicherheit und Ungewissheit. Und das, obwohl, ich zumindest, Anfang des Jahres dachte, wir haben es bald hinter uns.

Mein Mann hat mich gestern dann gefragt ob es wirklich etwas ändert, wenn die Pandemie vorbei ist. Oder wird es dann wieder mal so sein, dass wir uns für fünf Minuten freuen und dann etwas anderes finden, das uns nicht passt. Oh man, ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass die ganze Welt feiern wird. Das wir uns weinend in den Armen liegen und nicht so tun, als wäre alles nicht so schlimm gewesen. Ich wünsche mir, dass wir sehen, was diese beiden Jahre mit uns gemacht haben und wo wir dringend entgegenwirken müssen, um wieder echte Freude zu empfinden und sie auch auszudrücken. Ich bin so dankbar, dass in unserem Freundeskreis mittlerweile ein paar Südamerikaner sind, denn die wissen einfach wie man feiert und ich lasse mich gerne davon anstecken.

Die Frage ist, wann wird der Zeitpunkt für die große Party sein? Wir wissen es nicht. Wie lange müssen wir noch warten? Wir wissen es nicht. Wen werden wir in dieser Zeit vielleicht verlieren? Wir wissen es nicht.

Was wir aber wissen ist, dass der wahre Grund zur Freude real ist und unser Leben erhellen möchte. Egal ob Pandemie oder Endemie, egal ob Sommer oder Weihnachten. Jesus ist immer da. Er ist der Grund zur Freude und diese auszudrücken liegt an uns.

Wie drückst du sie aus?

Ich bin auch nicht das beste Beispiel dafür, aber ich glaube, wenn ich mir immer wieder bewusst mache, dass es zu wenig ist, wird es vielleicht mehr.

Ich spüre Freude wenn ich tanze oder Musik mache. Gerade fange ich manchmal einfach an zu singen wenn meine Gedanken zu trüb sind. Ja, auch draußen. Mein Vorteil ist, dass ich gerade immer einen Kinderwagen vor mir herschiebe und die Leute denken, ich singe für Sternchen. Mache ich ja irgendwie auch, aber hauptsächlich, weil ich so die Freude besser spüren kann. Knöpfchen will gerade ständig tanzen…. Also Diskolicht an und los. (Wir haben im Wohnzimmer echt so eine kleine Lampe und ich muss jedes mal sofort grinsen, wenn sie jemand an macht und Erinnerungen an unsere chilenischen Mitbewohner werden wach.)

Sie ist in mir. In dir. Die Freude. Ich bin mir sicher. Das Problem ist, wir sind Weltmeister im griesgrämig sein und Probleme wälzen, im Sorgen und Bedenken hegen. Loslassen, fallenlassen sind nicht unsere Kernkompetenzen.

Aber wir können das besser. Wir können uns jetzt schon langsam auf die große Party nach der Pandemie vorbereiten, denn sonst wird das echt ne traurige Veranstaltung mit lauter ungeübten Partygästen. Wir können das Leben feiern, jeden Tag. Es geht nicht um das perfekte Menü, das perfekte Kleid oder die perfekten Gäste. Sondern um den Grund der Freude! Und wenn der klar ist, kommt der Rest von ganz alleine.

Noch fünf mal schlafen. Dann kommt der Retter, der Heiland, der Erlöser, der Friedefürst. Ich will ihn mit weitem, freudigem Herzen empfangen und bete, dass mir das gelingt. Ich schreibe diesen Text vorallem auch für mich. Ich werde jetzt ruhen, damit ich gesund werde und die kommende Woche nur die Dinge tun, die wirklich sein müssen. Ansonsten wird getanzt, gesungen und gelacht. An die gedacht, die echt mies dran sind. Beschenkt und gekocht. Geschrieben und spaziert.

Weihnachten hat so viel mehr zu bieten als Stress und Kummer. Oder wie ein bekannter Komiker sagt: Lass mal bissle Sonne in dein Herz nei.

In diesem Sinne. Besinnt euch, tanzt und lacht. Seid vernünftig und hoffnungsvoll. Wir befinden uns in einer Phase unseres Lebens und Phasen gehen vorüber.

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