Alltag als Mama

Bedürfnisorientiert

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich sehr froh bin, dass mein Mann im Homeoffice arbeitet und ich mich heute Vormittag ausruhen konnte. Schmerzen, Unwohlsein, müde. Keine guten Begleiter für einen Tag alleine mit Kindern. Mein Körper braucht Ruhe. Es ist diese Zeit im Monat in der ich meinen Zyklus sehr intensiv spüre und ich gut auf mich achten darf.

Knöpfchen und Sternchen sind an solchen Tagen immer sehr verwirrte und suchen, mehr als sonst meine Nähe. Zurückweisung finden sie nicht gut, dabei ist es so wichtig, dass ich nicht nur ihre Bedürfnisse erfülle, sondern auch darauf achte was mir gut tut.

Wenig Bewegung, Füße hoch, Hilfe annehmen. Ich versuche Ihnen zu erklären, dass ich diese Pause brauche um wieder zu Kräften zu kommen. Knöpfchen versteht das schon ganz gut, Sternchen schaut mich schmollend an.

Viel zu oft gehe ich über meine Bedürfnisse und Grenzen hinweg und vergesse dabei, dass bedürfnisorientiert zu erziehen nicht bedeutet unseren Kindern jeden Wunsch zu erfüllen, sondern ihnen authentisch zu zeigen, dass wir auch Bedürfnisse haben und ihnen Wege zu zeigen, wie sie selbstständig ihre Bedürfnisse erfüllen können. Es ist keine Einbahnstraße. Braucht Zeit und Übung für alle Beteiligten. Bei Sternchen heißt das gerade ihr irgendwie deutlich zu machen, dass ich ihr keine Liebe entziehen und sie trotzdem noch liebe auch wenn ich gerade keine Lust habe mit ihr zu kuscheln. Klingt schrecklich oder? Aber es ist die Wahrheit. Beide Kinder schlafen den Großteil der Nacht bei uns und es gibt Momente, da mag ich einfach nur mit mir alleine sein. Wie sollen meine Kinder lernen, dass es auch schön ist mal mit sich alleine zu sein, wenn ich ihnen da etwas vormachen würde.

Auch das Arbeiten auf dem Weihnachtsmarkt gibt mir momentan viel und es ist ein guter Ausgleich für mich zum Mamaalltag. Neue Herausforderungen habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen und ich habe es tatsächlich geschafft aus meiner Komfortzone rauszukommen. Was für eine tolle Erfahrung.

Zu wissen, dass meine Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die der anderen, meiner Familie, meinem Freunden, meinen Mitbewohnern, das war ein jahrelanger Prozess und jetzt sitze ich hier, eingemummelt in meine Decke, mit Wärmflasche und höre meinen drei liebsten über das Babyphone beim Quatsch machen zu. Und noch weiß, dieser Ruhetag wird dafür sorgen, dass es mir morgen wieder besser geht und ich die Bedürfnisse meiner Kinder wieder mehr sehen und erfüllen kann.

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