Glaube im Alltag, Tiefgang

Was Tiefgründiges

Wir sind durch. Corona durchlebt, für ätzend befunden, weiter geht’s. Die Tage in der Quarantäne waren nicht schön. Gegen Ende hin wurde es anstrengend für Körper und Geist. Heute quälen mich Schmerzen in Bauch und Rücken. Ich bin immer noch richtig schlapp und mein Kaffee schmeckt komisch. Ich muss in Bewegung kommen.

Ich hatte zwei Jahre Zeit mich vorzubereiten und dann war es plötzlich da. Es war ein guter Moment, denn ich war gerade stark und konnte es überraschend gut verarbeiten. Aber meine Güte, was habe ich mir Sorgen gemacht. Übers Anstecken, über meine körperliche Verfassung, darüber wie meine Lieben es verarbeiten würden. Ich bin gerade ganz froh, dass wir es durchlebt haben. Jetzt hört diese Art von Gedankenspiel auf. Aber soll ich euch was Überraschendes sagen? Das Nächste stand nur in der Warteschlange.

Es ist so. Ich bin ein grundsätzlich ängstlicher Typ Mensch und meine psychische Gesundheit hat ihre Baustellen. Es gibt in meinem Kopf immer ein Problem. Niemals ist es perfekt und das Problem daran ist nicht, dass es ein Problem gibt, denn so ist das Leben, sondern, dass ich nicht aufhören kann darüber nachzudenken und meine anderen Gedanken dadurch auch negativ färbe. Jetzt waren meine Gedanken zwei Wochen mit unserer Erkrankung und der Sorge um Knöpfchen gut ausgelastet. Kaum sind wir raus aus der Quarantäne und Freude sollte meinen ganzen Körper erfüllen, klopft die nächste Sache an. „Hey, sagmal, wie kannst du dich so freuen, es ist Krieg. Keiner weiß was kommen wird.“

Wieder ein Thema, das ich nicht beeinflussen kann. Ich kann mich informieren, praktisch aktiv werden und überlegen wie ich helfen kann. Aber verändern kann ich an der eigentlichen Situation nichts. Leider. Denn in mir schreit alles nach Frieden und Harmonie. Ein Tag Streit zwischen mir und meinem Mann beispielsweise, kostet mich unfassbar viel Kraft.

Und dann frage ich mich, warum bin ich so? Warum halte ich immer Ausschau nach Problemen? Was hat mich in Kindheit und Jugend geprägt? Ist es Teil meiner Persönlichkeit? Ich glaube von jedem ein bisschen. Ich komme aus einer Familie in der Perfektionismus eine große große gespielt hat. Ich schreibe hat, weil es sich schon in den letzten Jahren sehr verändert hat. Auch die Sorge und das Kümmern um andere, war immer Teil unseres Alltags und leider hat es auch seine Schatten auf andere, schöne Dinge geworfen. Manchmal habe ich heute noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas Schönes erlebe oder einfach nur etwas für mich mache.

Ich mache meinem Eltern, Großeltern und anderen Bezugspersonen keinen Vorwurf. Denn ich bin als Erwachsene jetzt selbst in der Lage diese Gewohnheiten zu verändern. Dafür ist natürlich wichtig, dass ich weiß woher es kommt, deshalb der kurze Exkurs in meine Vergangenheit.

Die letzten beiden Nächte habe ich sehr schlecht geschlafen. Denn auch wenn es mir tagsüber gut gelingt im Hier und Jetzt zu sein, ich Freude spüre und es auch so meine, kommen nachts die Sorgen durch und ich bin wirklich müde deshalb. Mein Unterbewusstsein hängt in alten Mustern fest und es ist anstrengend.

Gleichzeitig geht es mir gerade so gut! Viele schöne Dinge stehen dieses Jahr an. Ein kleiner Urlaub, schöne Hochzeiten, die Taufe von Sternchen. Und ja, ich darf und will mich darauf freuen, weil es niemandem etwas bringt wenn ich mich unnötig verrückt mache und meine Sorgen mich blockieren. Gut für ich zu sorgen ist doppelt wichtig, für mich und mein Umfeld. Ich schreibe das hier, weil ich glaube, es geht vielen so.

Ich bin blockiert und bekomme nichts mit davon, was Gott eigentlich vor hat. Ich bin in meinen Gedanken gefangen und reagiere komisch in Beziehungen oder neuen Kontakten. Fühle mich danach komisch, weil das nicht die Jasmin war, die ich sein will und kann.

Ich will mich nicht ständig sorgen und mir schlimme Dinge ausmalen. Denn dann verpasse ich das was hier passiert. Knöpfchen macht gerade tolle Entwicklungssprünge und man kann ganz tolle Gespräche mit ihm führen. Ich habe so viele Ideen und Visionen. Die will ich mit Taten füllen und nicht dabei zuschauen wie meine Sorgen meine Zeit fressen. Gott hat so viel mehr vor mit meinem Leben. Ich will mich daran erinnern. Jeden Tag. Und dafür entscheiden, denn es liegt in meiner Hand und nur ich trage die Verantwortung dafür.

Let’s do this.

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