Tiefgang

Aus der Tiefe meines Herzens

Ich liebe es Lieder zu singen und sie genauso zu meinen. Es ist unglaublich, was in den letzten beiden Jahren alles passiert ist und heute Abend sitze ich hier. Beide Kinder schlafen. Segenszeit. Ruhezeit. Dankbarkeit.

„Aus der Tiefe meines Herzens, steigt ein Loblied auf zu dir. Zu dem Schöpfer aller Himmel, zu dem Gott der wohnt in mir. Du hast mich erdacht, geschaffen und geformt nach deinem Bild, durch die schwere Zeit getragen und mit deinem Geist erfüllt.“

Vor knapp zwei Jahren hat es mich umgehauen. Hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen, war von heute auf morgen nichts mehr wie zuvor. Ich habe den Kontakt zu mir verloren. Hatte Angst, die Panik saß mir im Nacken, ich habe am ganzen Körper gezittert. Ich dachte ich sterbe. Das war der schlimmste Moment meines Lebens und ich bin so unendlich dankbar für alles, was danach kam.

Für Therapie, Gespräche mit meinen Eltern, meiner Schwester, lieben Freunden. Für die Liebe meines Mannes und seine unendliche Geduld mit mir. Ich weiß nicht was gewesen wäre, wäre da niemand gewesen, dem ich wichtig bin.

Es war überfordernd und beängstigend und ich spüre es auch heute manchmal noch. Doch ich durfte lernen mich anzunehmen, anders auf mich zu schauen. Ich habe Dinge begriffen, die in Kindheit und Jugend passiert sind und nicht richtig aufgearbeitet waren in mir. Ich durfte verstehen, warum ich so geworden bin, wie ich war und durfte lernen etwas zu verändern und gnädig mit mir zu sein.

Es hat weh getan. Meine Brust war wie zugeschnürt. Ich habe keine Luft bekommen.

Zeitgleich war ich Knöpfchens Mama. Habe mich um ihn gesorgt und in versorgt. Wollte meine Tränen vor ihm verstecken. Zwecklos.

Heute habe ich wieder über diese Zeit gesprochen und konnte ganz ehrlich sein. Ich habe mich nicht geschämt, dass ich eine Therapeutin an meiner Seite hatte und habe. Ich habe nicht verheimlicht, dass ich manchmal Angst habe. Und ich konnte voller Stolz von Momenten berichten, in denen es mir gelungen ist gut mit mir in Kontakt zu bleiben. Zu sehen was alles Gutes in meinem Leben passiert, was gelingt und wie sehr ich auf Gottes gute Führung vertrauen darf. Er hat diese schwere Zeit genutzt, mich zu trösten und zu formen. Mich zu heilen und hat mir die Perspektive zurückgebracht.

Vor zwei Jahren dachte ich, ich werde nie mehr in der Lage sein ein Kind zu bekommen, eine gute Mutter zu sein, meinen Ehemann zu ehren und zu lieben, meinen Beruf auszuüben, glücklich zu sein. Ich hatte das Gefühl auf ganzer Linie versagt zu haben. Ich dachte es werden sich alle von mir abwenden und ich muss alles irgendwie alleine schaffen. Ich Kleingläubige. Gerade durch dieses Ereignis hat sich so vieles verändert und zum Guten gewendet und ich bin immer noch dabei zu verstehen und mich besser kennenzulernen. Und ich mag mich. Mehr denn je. Und das treibt mir heute Abend die Tränen in die Augen.

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