Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Dies und das

In letzter Zeit habe ich immer wieder angefangen einen Beitrag zu schreiben und kam dann nicht dazu, ihn zu beenden. Nach zwei Tagen hatte ich dann meistens den Gedanken nicht mehr so frisch und dann lasse ich es lieber.

Ich dachte mir ja, dass es mehr Arbeit bedeutet zwei Kinder zu haben und ich wahrscheinlich manchmal das Gefühl haben werde, nichts auf die Reihe zu bekommen. An solchen Tagen muss ich mich erinnern, was ich getan habe und mich ganz bewusst für die positiven und guten Gedanken über mich entscheiden. Oft habe ich Lügen in meinem Herzen, die sich ausbreiten wollen. Über meinen Körper, meine Gedanken, meine Taten, meine Fähigkeiten als Mutter.

Kürzlich wurde ich gefragt, wann ich wieder arbeiten gehen werde. Fand ich einen interessanten Zeitpunkt. Sternchen ist etwas mehr als vier Monate alt. Meine Antwort, dass ich plane erstmal Zuhause zu bleiben, wurde dann sehr positiv aufgenommen. Das war gut und wichtig für mich. Auch wenn ich weiß, dass es allein unsere Entscheidung ist und wir nicht von der Beurteilung anderer abhängig sind.

Unsere Kinder sind gerade mein Lebensmittelpunkt und werden es wahrscheinlich auch lebenslänglich bleiben. Ich vergesse mich aber trotzdem nicht und versuche immer wieder Freundinnen zu treffen, Sport zu machen oder alleine einen Kaffee trinken zu gehen. Also mit Sternchen natürlich, aber die hab ich eh am liebsten den ganzen Tag bei mir. Ich bin vielleicht eine Glucke, aber eine glückliche. Ich liebe es, wenn unsere Kinder anderen Menschen den Tag versüßen, einfach, weil sie da sind. Ich liebe die vielen Begegnungen, die sich zufällig ergeben und bin so dankbar, dass ich Zeit dafür habe.

Letzte Woche habe ich einigen griesgrämigen Menschen ein Lachen entlocken können. Das war super. Am besten ist der Moment, in dem sie realisieren, dass es viel leichter ist zu lächeln, zwei Sätze miteinander zu wechseln und dann weiter seiner Wege zu gehen. Mir gelingts ja auch nicht immer. Aber ich versuche, gerade in dieser Zeit, eher zu leuchten und dankbar zu sein, für mich und andere.

Ich investiere in Freundinnen, die ich sehr schätze und mit denen es leicht ist, Zeit zu verbringen und ich mich danach richtig gut fühle. Ich investiere in unsere Kinder und die Beziehung zu unseren Mitbewohnern. Manchmal bin ich zu müde zum Kochen und dann so dankbar, wenn es in der WG trotzdem Spaghetti mit Tomatensauce gibt. Es ist herrlich.

Dieses Jahr sind wir sehr wenig unterwegs im Advent und wenn dann sehr bewusst und lieber länger an einem Ort. Das tut gut und wir überfordern uns nicht mehr ständig mit mehreren Besuchen pro Tag. Auch die Weihnachtszeit wird entspannter sein, darauf freue ich mich. Ich spüre wie sehr ich von Begegnungen mit anderen Menschen lebe. Wie mein Tank sich auffüllt und gleichzeitig brauche ich manchmal diese fünf Minuten ohne ein Kind an mir, ohne Menschen in unserer Wohnung, nur für mich. Manchmal sind es auch 30 Minuten und das ist dann schon richtig gut.

Ich beschwere mich nicht. Ich habe ein gutes, erfülltes, gesegnetes Leben und kann jeden Tag neu zufrieden sein. Ich fühle mich seltener getrieben und habe gelernt im Jetzt zu leben. Natürlich gibt es dabei auch bessere und schlechtere Tage.

Manchmal vermisse ich meinen Beruf, was ich nicht vermisse, ist die Zerrissenheit zwischen dem Mamasein und der Arbeit. Ich glaube, ich brauche noch ein paar Jahre um einen guten Umgang damit zu erlernen und dann in beiden Bereichen zufrieden zu sein. Gerade bin ich froh, dass es keine Deadlines gibt, zumindest fast keine. Denn damit setzte ich mich sehr unter Druck.

Mein Schlüsselwort heißt Annahme. Situationen annehmen und geduldig sein. Mein Leben dreht sich um zwei kleine Wesen, die mich brauchen. Ich nehme mich an, mit meinen Schwächen. Nehme die Herausforderung an, mit weniger Schlaf den Tag zu meistern und bin gnädig mit mir und meinen Lieben. Nicht alles muss. Und das was zusätzlich geht, ist ein Geschenk.

Es gibt vieles, was ich gerne machen würde, am liebsten sofort und perfekt. Doch mehr als alles andere, möchte ich für meine Kinder da sein und später nicht bereuen, zu früh zu viel gewollt zu haben.

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