Glaube im Alltag, Tiefgang

Spüren, was ich glaube…

Mit den Fingern durch die Ähren fahren. Die Sanftheit des Grüns mit eigenen Händen spüren. Die Sonne auf der Haut riechen und mich wundern, woher all die Schönheit kommt und warum ich sie nicht fassen kann.

Ich glaube. Ich weiß das. An Gott den Schöpfer, an Jesus seinen Sohn und an den Heiligen Geist. Ich glaube, dass ich glaube. Das heißt ich vertraue. Das liegt tief in mir verankert und lässt mich immer wieder beruhigt aufatmen. Denn mit dem Spüren ist es etwas anderes. Ich spüre es nicht immer. Ich spüre so viel anderes. Unausgesprochene Erwartungen, stille Wünsche. Hoffnungen, die mit mir verbunden werden. Oder von denen ich denke, sie erfüllen zu müssen. Und bei all dem fühle ich mich so unfrei. Fühle mich begrenzt und zurück gehalten. Gehe lieber auf Nummer sicher, als jemandem meine Schwäche zuzumuten. Denn wer weiß, vielleicht brauch ich mal ne kurze Pause. Und vielleicht kommt mein Gegenüber nicht damit zurecht, oder vielleicht denke ich auch nur, dass es so sein könnte. Warum wage ich es nicht?

Heute wurde ich gefragt, ob ich auf mal fliegen würde. Also mit so einer Propellermaschine. Einer ganz Kleinen. Meine Antwort kam schnell: Nein, niemals. – Aber warum? Ich könnte es doch versuchen. Zumindest nicht von vorne herein nein sagen. Aber was würde dann passieren, wenn ich doch kurz vor Abflug sage, ich will nicht? Dann bleib ich doch gleich lieber auf dem Boden. Dann hat niemand Arbeit damit, ich enttäusche niemanden… Nur mich. In solchen Momenten würde ich am liebsten vor mir selbst davon laufen. Finde mich feige. Wäre gerne mutig. Würde mich gerne trauen. Nur für mich und nicht, weil ich irgendeiner Erwartung gerecht werden möchte.

Es ist anstrengend. In meinem Kopf sind so viele Gedanken, Gefühle, falsche Annahmen und Ängste. Und doch befinde ich mich auf dem Weg in die Freiheit. Auch wenn ich ehrlich sagen muss, als ich noch nicht auf dem Weg war, war es manchmal leichter zu ertragen.

Heute ist also wieder einer dieser Tage. Gedanken stolpern. Gefühle humpeln und manches Gesagte würde ich gerne zurück nehmen.

Und dann kommt diese tiefe Dankbarkeit für meinen Ehemann, der sich das alles anhört. Mit mir sortiert und mir versichert: Er ist da. Auch wenn ich ihn gerade nicht spüre. Gott ist da. Er wartet. Wieder mal. Geduldig, bis ich kapiere, was ich brauche.

Lobpreis, Gebet mit Knöpfchen, Erinnerung an das, was ich schon oft spüren durfte. Ein weites Herz, damit er rein kommen kann. Und schon legt sich der Sturm in mir und ich weiß, es darf sein. Das sind die Momente, die mich der Freiheit näher bringen und ohne die ich verlernen würde, wie es ist meinen Glauben zu spüren.

Ängste sind es, die mich ausbremsen, aber sie sind es auch, die mich sensible machen. Für mich. Meine Familie, meine Freunde und unser Leben hier, auf dieser wundervollen Erde. Sie sind nicht meine Feinde, sondern ein Teil von mir. Das zu erkennen und in mein Leben zu integrieren ist eine Lebensaufgabe und ich werde immer wieder scheitern. Aber auch das: ist okay. Denn es geht nicht darum, wie oft ich Scheitere, sondern wie oft ich mich daran erinnere, dass Gott da ist und mich in diesen Momenten eben nicht los lässt. Dann beginnt das Spüren.

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