Alltag als Mama, Visionen

Neue Zeit

Drei Tage sind jetzt seit meiner Verabschiedung vergangen und so langsam realisiere ich, was passiert ist. In der Zwischenzeit habe ich mich mit kochen, waschen, backen, lesen, spielen und aufräumen beschäftigt. Knöpfchen war verwundert, dass er mit mir alleine spazieren geht und wir kein festes Ziel haben. Ich gewöhne mich wieder an diesen Zustand. Zuhause sein, meine Lieben versorgen. Ich hoffe ich verliere die Lust daran nicht.

Das Problem ist ja, dass ich ein sehr visionärer Mensch bin. Wobei das eigentlich kein Problem, sondern eher ein Segen ist, allerdings hatte das visionäre Denken bisher immer etwas mit meinem Beruf zu tun.

Jetzt aber erst mal zu meiner Verabschiedung. Ich war überwältigt. Es war ein sehr berührender Gottesdienst und es waren viele Menschen da, die ich in den letzten sieben Jahren kennen gelernt habe und in verschiedenen Bereichen ihres Lebens begleiten durfte. Irgendwann waren es so viele, dass ich mich nicht mehr umdrehen konnte, weil ich so berührt war. Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass wir diesen Gottesdienst im Freien feiern konnten und die momentane Situation das zugelassen hat. Ein Abschied ohne Abschied ist so schwierig und bei vielen Personen passiert das gerade. Sie gehen in den Ruhestand und können nicht richtig verabschiedet werden, das ist so traurig und ich hoffe, dass Wege gefunden werden, das nachzuholen.

Jedenfalls war der Gottesdienst wunderschön gestaltet, meine Kollegen, der CVJM Vorstand, die Jugendlichen, Gemeindemitglieder und Ehrenamtlichen haben sich so schöne Sachen einfallen lassen und meine Liebessprache getroffen. Sie hatten ja auch sieben Jahre Zeit sie kennenzulernen, aber es ist trotzdem alles andere als selbstverständlich, dass sie sie auch berücksichtigt haben. (Vielleicht habe ich auch kein Geheimnis daraus gemacht – ich liiiiiiiiebe Geschenke).

Gebet, Segen, Dinge die sie vermissen werden an mir, Worte, schöne Musik und Geschenke. WOW. Das war so schön. Vor und nach dem Gottesdienst haben einzelne Gemeindemitglieder das Gespräch mit mir gesucht und berührende Dinge zu mir gesagt. Es ist manchmal überraschend, woran sich die Leute so erinnern und ich konnte das ein oder andere mal meine Tränen auch nicht zurückhalten.

Ich spüre, wie sehr ich diesen Gottesdienst gebraucht habe um in meiner Rolle als Diakonin in der Gemeinde ein Ende zu finden. Verantwortung abgeben gehört nicht zu meinen Stärken und es ist jetzt irgendwie klar. Ich bin nicht mehr im Dienst.

Einerseits fühle ich mich befreit und andererseits frage ich mich natürlich schon, was kommt? Klar unser Baby kommt und ich mache mir keine Illusion, die Umstellung auf zwei Kinder ist sicher kein Kinderspiel. Knöpfchen kommt in den Kindergarten und mein Mann hat endlich Zeit zu arbeiten ohne auf meinen Kalender Rücksicht zu nehmen.

Veränderung, Umstellung, Findung. Das wird unsere nächsten Wochen prägen und uns sicher auch vor die ein oder andere Herausforderung stellen.

Getragen sind wir in dieser Zeit vor allem durch die Gewissheit, dass Gott schon einen Plan hat und wir uns jetzt auf den Weg machen dürfen seine Spuren zu finden und ihnen nach zu gehen.

Und in mir entdecke ich immer wieder kleine Impulse, Ideen und Bilder, die mir einen Eindruck davon geben, was alles sein könnte. Doch es ist auch ein großer Segen, nicht jedem Impuls zu folgen und sich in das nächste Projekt zu stürzen, sondern auch einfach mal das Projekt Mittagessen so wichtig zu nehmen, dass es anders ist als sonst.

Es bleibt spannend.

Ein Gedanke zu „Neue Zeit“

  1. Liebe Jasmin. Das ist ja wirklich eine wunderbare Nachricht. Ich wünsche dir ich wünsche euch eine segensreiche Zeit und alles Gute!

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