Glaube im Alltag, Visionen

Loslassen

Es wird langsam ernst. Gestern habe ich alle meine Aufgaben an meine Kollegen abgegeben und es liegt jetzt nur noch eine letzte Arbeitswoche vor mir. Als ich heute nach Hause fuhr fühlte ich mich ganz komisch. Hatte heftige Kopfschmerzen und war irgendwie durcheinander. Als ich mit Knöpfchen schwanger war, war es ganz anders, da wusste ich, ich komme wieder zurück. Jetzt gebe ich die Aufgaben, Gruppen, Verantwortungsbereiche und Ideen ab. Zum Glück an tolle Kollegen. Trotzdem gehört abgeben nicht zu meinem Stärken.

Es ist ein bisschen so, als würde ich eine Tür schließen und gleichzeitig spüre ich ganz deutlich, dass ich das auch brauche, um mich auf die Familienzeit einzulassen.

Für meinen Glauben bedeutet das gerade ganz viel Vertrauen, da ich keinen sicheren Plan für die nächsten Jahre hab. Ich vertraue, dass Gott uns versorgt. Ich gebe ein Stückchen Kontrolle ab und entscheide mich bewusst, die Sicherheit nicht an erste Stelle zu stellen.

Gott sieht das, das spüre ich gerade deutlich. In Gesprächen und neuen Ideen die in mir entstehen oder von Freunden an mich herangetragen werden. Es endet etwas Wunderschönes, aber es entsteht auch Raum für andere Dinge. Die auch schön sind und sich vielleicht niemals so entfalten könnten, wenn ich diese eine Türe nicht schließen würde.

Wenn ich mir bewusst mache, wie ich vor sieben Jahren in die Gemeinde kam und was sich seither in mir und um mich herum alles verändert hat, kann ich nur staunen und dankbar sein. So viele Momente sind mir in sehr guter Erinnerung. Es gab auch Schweres, klar, aber ich durfte in der Gemeinde reifen und habe gelernt, das was ich den Kindern und Jugendlichen vermitteln wollte, selbst zu glauben und mich anzunehmen, so wie Gott mich geschaffen hat.

Zu gehen, wenn ein großer Veränderungsprozess ansteht, fällt mir gerade schwer. In den nächsten Jahren wird es viele Entscheidungen in der Kirche generell, aber vor allem auch in Karlsruhe geben, die die Arbeit vor Ort stark verändern können. Es braucht viel Zeit, Geduld und Verständnis auf allen Seiten und ich bin froh, dass ich weiter beten kann und den ein oder anderen vielleicht bei einer Tasse Kaffee ermutigen kann, weiter mutig zu sein und gute Wege für die Menschen in unseren Gemeinden zu suchen.

Ich versuche loszulassen um unserem Baby einen guten und sanften Start ins Leben zu ermöglichen. Das erste Jahr ist etwas ganz besonderes und ich möchte so viel Ruhe und Zeit wie möglich haben, auch für Knöpfchen.

Ich bin gespannt und auch ein bisschen aufgeregt, vor dieser letzten Woche. Ich werde euch auf jeden Fall wieder berichten.

Übrigens: Ich fühle mich richtig gut, seit ich meinen Socialmediakonsum runtergefahren habe. Das Leben spielt sich jetzt hier ab, jetzt und mit den Menschen die da sind.

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