Allgemein, Glaube im Alltag

Sonntagsruhe

Heute sind wir ganz bewusst Zuhause geblieben. Normalerweise gehört der Kirchgang am Sonntagmorgen zu unserem Ablauf, doch das Wochenende war aufregend und spannend und wir brauchen diesen Tag für uns als Familie. Gestern ist unsere WG-Familie wieder um eine Person gewachsen und wir sind froh und auch gespannt was die kommende Zeit so bringen mag.

Knöpfchen ist ein bisschen konfus und versucht seine Gefühle zu verstehen. Ich bewundere sehr, wie schnell er sich auf neue Personen einlassen kann und trotzdem so viel Platz in seinem Herzen hat, für all die lieben Menschen in unserem Umfeld.

Heute Morgen sind wir also ganz langsam gestartet. Frühstück, schreiben, Lobpreis, lesen, kreativ sein, spazieren gehen. Und beim Lesen meiner Bibelstelle heute Morgen im Kolosserbrief (Kapitel 3, 12-14) ist mir ein Wort neu bewusst geworden.

Milde

12 Ihr seid von Gott erwählt, der euch liebt und zu seinem heiligen Volk gemacht hat. Darum zieht nun wie eine neue Bekleidung alles an, was den neuen Menschen ausmacht: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Milde, Geduld.
13 Ertragt einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat.
14 Und über das alles zieht die Liebe an, die alles andere in sich umfasst. Sie ist das Band, das euch zu vollkommener Einheit zusammenschließt.

Ich weiß nicht genau warum, aber dieses Wort hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Vielleicht weil es selten vorkommt, in biblischen Texten, oder weil es nicht in meinem alltäglichen Sprachgebrauch zu finden ist. Ich habe mich also ein wenig damit befasst und mir klar gemacht, was es genau bedeutet. Im ersten Moment klang es für mich passiv und in der Aufzählung mit den anderen Worten als schwach. Doch das ist es ganz und gar nicht. Milde hat etwas mit Großherzigkeit zu tun, mit Nachsicht und einem Gefühl für mein Gegenüber. Es ist nicht passiv, sondern zugewandt. Es ist nicht schwach, sondern vertrauensvoll und gütig. Ein scheinbar unscheinbares Wort, das bei genauerer Betrachtung genau das Ausrückt, wonach ich so oft suche. Es hat mich an meine Zeit im Tinyhouse erinnert und an das Buch „Der Bullerbükomplex“. Es gut sein zu lassen hat für mich auch etwas mit mild sein zu tun. Nicht im Sinne von lauwarm, eher im Sinne von gutherzig und verzeihend. Nicht nachtragend und aufbrausend, sondern verständnisvoll und vergebend. Milde zu sein kann bei meinem Gegenüber viel eher eine Öffnung bewirken als eine Konfrontation.

Ich bin oft eher nicht mild, zumindest in meinen Gedanken nicht. Ich kann schnell urteilen, denke oft zu wissen, was ein anderer braucht. Aber eigentlich möchte ich das nicht. Ich möchte zuhören, einen Ratschlag geben wenn er gewünscht ist und ansonsten gute Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Der Sonntag heute hat mir geholfen meine Gedanken neu zu sortieren und ein bisschen zurück in den Modus vom Tinyhouse zu kommen. Viel zu schnell sind gute Gedanken vergessen und vom Alltagsstress überschwemmt. Morgen und Übermorgen habe ich Urlaub und darauf freue ich mich sehr, auch wenn meine Gedanke sich viel und oft um das drehen, was es bei der Arbeit noch alles zu tun gibt. Sie drehen sich aber gerade mindestens genauso viel um das, was uns als Familie erwartet und die Freude wird immer greifbarer. Ich hoffe du hattest auch einen schönen, erholsamen Sonntag.

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