Allgemein, Glaube im Alltag

Butterblumenstrauss

Kinderlachen weht herüber vom Spielplatz, ein kleines Mädchen pflückt einen Butterblumenstrauss, Paare laufen Händchen haltend am Bach entlang, ein gutes Gespräch aus der Mittagspause mit einer lieben Weggefährtin begleitet mich zurück ins Büro. Es fühlt sich gut an. Lockerungen. Ich werde entspannter und bin doch gespannt. Ich werde wieder mutiger und bin doch vorsichtig und möchte nicht zu schnell wieder zu viel.

Ich freue mich wieder mehr Menschen auf der Straße zu sehen und frage mich gleichzeitig, warum jetzt doch gleich so viele Lockerungen? Ich spüre in mir, dass ich es nicht so richtig einsortieren kann und vielleicht auch etwas mehr Zeit brauche, als die anderen, die fröhlich shoppen gehen und darüber scheinbar ein paar andere Dinge vergessen.

Ich habe mich dem kleinen Mädchen auf der Wiese vorhin sehr verbunden gefühlt. Völlig versunken saß sie da, im gelben Blumenmeer und hatte nur Augen für ihren Strauss. Sie hat jede Blume, die sie gepflückt hat angeschaut und liebevoll ihrem Arrangement hinzugefügt. Jede Blume ein Geschenk, das sie sich einfach nehmen darf. Vielleicht waren die Blumen für ihre Mama oder Oma, eine Freundin. Vielleicht hat sie aber auch einfach nur dem Drang nachgegeben, ein paar von diesen schönen Blumen mitzunehmen. Sie festzuhalten.

Wie schön ist unsere Welt gestaltet und wie viele der schönen Dingen dürfen wir uns einfach nehmen. Wie umfassend versorgt uns Gott täglich mit Gutem. Als Kind habe ich das oft gemacht, einfach gepflückt was mir gefallen hat. Das war nicht immer gut. Meine Mama hat mich öfters mal darüber aufgeklärt, welche Blumen man pflücken darf und welche nur anschauen. Als Kind war mir das nicht so einleuchtend. Heute kann ich es eher nachvollziehen, dass Hobbygärtner es nicht so witzig finden, wenn kleine Mädchen Blumen aus ihren Gärten pflücken.

Worauf es mir ankommt ist die Haltung. Als Kind haben wir kein Bewusstsein dafür, welche Blumen gepflückt werden dürfen und welche nicht. Wir erkennen nur, was uns gefällt und was wir mitnehmen möchten. Wir denken nicht an die Konsequenzen, sondern sehen lediglich das, was vor uns liegt. Als erwachsene Frau kaufe ich meine Tulpen auf dem Markt und schaue dem Mädchen dabei zu, wie es sich aus Gottes reicher Schöpfung bedient und ihre eigene Kreation erschafft.

Das hält Gott auch für mich bereit. In den letzten zehn Wochen habe ich das immer wieder erlebt. Gott versorgt mich. Meine Familie, meine Freunde. Nicht nur mit Alltäglichem, sondern mit wunderschönen Dingen, überraschenden Wundern und Neuentdeckungen, die schon lange vor meinen Augen liegen, die ich aber nicht wahrgenommen habe, weil ich es ja schon kannte.

Ich hoffe, dass ich jetzt trotz all der Lockerungen nicht vergesse, wie gut es uns ging, auch wenn die Umstände oft schwer für mich waren. Ich das Leid, dass durch die Pandemie in machen Ländern entsteht nur schwer anschauen und aushalten kann.

Ich hoffe, dass ich die großen und kleinen Geschenke Gottes nicht übersehe, wenn die Welt sich wieder schneller dreht.

Ich hoffe, dass ich meine neu eingeübten Gewohnheiten nicht vergesse und mich weiterhin an die Dinge halte, die mich durch diese Zeit getragen haben. Mein Glaube, meine Familie, meine Freunde.

Butteeblumenstrauss. Frühlingswind. Rauschende Blätter. Lachende Kinder. Gott ist gut und er ist da.

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