Tiefgang, Visionen

Nur einer…

… das neues Jahr ist da. Und wir hatten eine tolle Silvesterparty für die Kinder. Wie sich das Leben doch verändert. Um zehn waren alle Kinder im Bett und wir auf dem Sofa. Happy New Year zwischen Fluch der Karibik und Gin-Pralinen. Draußen wird weiter geböllert und ich hoffe den Eisbärbabys geht es gut.

2025 was hast du im Petto für uns? Welche Veränderungen kommen auf uns zu? Manches wissen wir schon, anderes entsteht langsam. Sternchen kommt in die große Gruppe in der Kita, Knöpfchen in die Schule. Bienchen bliebt natürlich bei mir zuhause.

Ich habe mir schon oft viel vorgenommen zum Jahreswechsel und ich denke wir kennen das alle, manches lässt sich leicht umsetzen, anderes ist schon drei Tage später vergessen und wir merken, da haben wir uns zu viel vorgenommen. Ich glaube das ist auch ok. So sind wir Menschen, keine Maschinen, sondern empfindende Geschöpfe, die manchmal etwas überambitioniert sind. Vorallem an Silvester.

Vor gut einer Woche habe ich an einem Workshop teilgenommen, in dem wir ein mini Visionboard für 2025 erstellt haben. Das habe ich zum ersten Mal gemacht und es war spannend. Auf einem Papier, 10*15cm, meine Vision für das neue Jahr visualisieren. Wenig Schrift, viele Bilder. Relativ wenig Platz.

Ich habe in mich hinein gehört und an ein Gespräch gedacht, dass ich die Tage mit meinem Mann geführt habe. Die besten Dinge sind die, die entstehen. Aus Spontanität, aus Zeit haben und aus der Offenheit für das was gerade dran ist. Zumindest habe ich das 2024 immer wieder so erlebt. Es waren nicht meine to Do Listen die mich erfüllt haben, sondern Momente, in denen ich da war und auf das zurück gegriffen habe, was gut gelingt. Vielleicht auch weil ich oft auf dem Sofa lag und mit meinem gebrochenen Fuß nicht vom Fleck kam. Da gab es einige Momente mit den Kindern wo ich wusste, die hätte ich in meinem alltäglichen Getriebensein so nicht mit ihnen erlebt.

Witzig finde ich, dass ich mein Visionboard schon jetzt nicht mehr finde, aber noch genau weiß wie es aussieht. Die Basis ein Waldbild. Darüber ein Bild für Familie und Beziehungen, für Handarbeiten, für Gottesnähe und Zeit zum Studieren. Ein kleines Schild mit der Schrift „Help me“ – das mich daran erinnert soll, dass ich mir Hilfe holen darf. Und über allem ein großer Schriftzug: Momente. Außerdem ein Bild mit einem kleinen Mädchen in der Küche, die backt oder kocht, das mich daran erinnern soll, mit meinen Kindern Momente zu genießen. Ich wollte es über die Kaffeemaschine hängen, weil ich da oft stehe. Nunja, mal sehen wo es wieder auftaucht. 😉

Der einzige Vorsatz für 2025, den ich schriftlich festhalten will ist der, dass schon ganz viele Dinge richtig gut laufen in unserem Leben und ich mich nicht nur neuen Herausforderungen widmen möchte, sondern das Gute behalten will. Ich will gnädig mit mir sein und mir immer wieder bewusst sein, dass ich mich jeden Tag um drei Kinder kümmere und das allein schon richtig viel ist. Alles was drumherum gelingt und stattfinden kann ist toll, aber kein Muss und mein Wert hängt nicht davon ab, ob wir überall pünktlich erscheinen oder überhaupt dabei sind.

Die Kinder sagen gerade sehr oft „Ich muss nicht, ich darf.“ Und auch wenn es mich manchmal sehr ärgert wenn sie das sagen, weil es Situationen sind, in denen man manchmal muss. So ist es doch vll. mein Leitsatz für 2025.

„Ich muss nicht, ich darf.“

Muss nicht immer ja sagen, aber ich darf. Darf studieren und Freunde treffen. Darf mich freuen und für mich einstehen. Darf Zeit allein verbringen und muss es aber nicht, wenn es mir in meiner Familie besser geht. Ich darf Sport machen, mich wieder in meinem Körper wohl fühlen und diese Zeiten auch genießen.

Prüft alles und behaltet das Gute.

1. Thessalonicher 5,21

Vielleicht wird mich auch die Jahreslosung gut durch das kommende Jahr begleiten und mir immer wieder vor Augen führen, dass das neue Jahr nicht bedeutet alles neu und besser zu machen, sondern das Gute, das schon gelingt zu behalten und sich vielleicht von anderem zu trennen.

Bei jeder Lesung bin ich wieder neu überrascht davon, dass ich immer wieder in die Falle tappe und denke, ich bin nicht genug. Vielleicht sollte ich mein eigenes Buch öfter lesen, denn ich habe es glaube ich wirklich vor allem für mich geschrieben.

Die Rückblicke mit Bildern allein vom Dezember zeigen mir so deutlich, was alles ging obwohl es mir körperlich nicht gut ging. Und trotzdem schleicht sich Unzufriedenheit in meine Gedanken.

Ich bin genug. Ich bin geliebt. War ich 2024 und bin es 2025. Nicht gebunden an Taten, sondern frei ein Leben in Fülle zu leben. Mit all dem Guten, dass vor mir liegt, das ich sehen und wahrnehmen und schätzen darf. Und nicht die wenigen Dinge, die schwierig sind, darüber stellen.

Ein endloser Prozess. Wahrscheinlich eine Lebensaufgabe. Deshalb lenke ich mich nicht mit kurzzeitigen Projekten ab, sondern versuche mir treu zu bleiben und mich immer wieder zu erden.

Habt einen gesegneten Start ins neue Jahr. Seid gnädig mit euch und schaut auf das, was gut läuft.

4 Gedanken zu „Nur einer…“

  1. ich kenne dich zwar nicht… aber wollte sagen: richtig schön was du geschrieben hast…. Das lässt einen Atmen:) und schärft einen wertvollen Fokus…

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  2. Du hast sehr schöne Worte für den Jahreswechsel gefunden, liebe Jasmine. Ich wünsche dir und deinen Lieben ein gutes, gesundes und bewahrtes Neues Jahr. Liebe Grüße Susanne Trauth

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