Von Herz zu Herz

Schwesternzeit

Zur großen Schwester fahren das hat etwas Heilendes, Tröstendes, fühlt sich an wie nach Hause kommen. Mit keiner kann ich lachen wie mit ihr, mich streiten wie mit ihr und fühle mich angenommen, wie von ihr. Und das ist fast schon immer so.

Wir haben viel durch gemacht zusammen und nicht immer war das gut für unsere Schwesternbeziehung. Aber seit wir erwachsen sind, ist es gut. Wird sogar immer besser und ich bin so dankbar für diese große Schwester, die immer Rat weiß, jeden Weg auf sich nehmen würde und mich halten kann, auch wenn sie kleiner ist als ich.

Fünf wundervollen Kinder und wir beide. Zeit zum Reden hatten wir erstaunlich viel. Gleich am ersten Abend haben alle Kinder super schnell geschlafen, was für ein Segen. Oft ist das nicht so und dann kann schon mal Frustration aufkommen bei uns beiden.

Ich bin dankbar um ein heißes Bad im Kerzenlicht. Das war seit der Geburt von Sternchen der erste Moment, in dem ich komplett abgeschaltet und entspannt habe. Mein persönliches Highlight der Woche. Wir haben viel Kaffee getrunken und Süßes gegessen, haben über gesunde Ernährung philosophiert und uns darüber ausgetauscht, wie wir uns gegenseitig in der Erziehung unserer Kinder wahrnehmen. Uns Rückmeldung gegeben und Komplimente verteilt. Es kommt nicht darauf an wie oft wir uns im Jahr sehen, sondern wie wir die Zeit gemeinsam gestalten und leben. Keine geplanten to do’s. Wir lassen den Tag entstehen und schauen was möglich ist. Das ist am besten für uns und sogar ein Regentag mit fünf Kindern geht vorbei.

Das Vertrauen zwischen uns durfte die letzten Jahre wachsen und darüber bin ich so dankbar. Ich stelle immer wieder fest, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind, wie viele denken und wie es uns früher oft eingeredet wurde, mittlerweile tragen wir sogar beide Brille. Wir haben Ängste geteilt und unsere Hoffnungen erzählt und das Wunderbarste an unserer Beziehung ist, dass wir beide Jesus lieben. Das hilft so sehr. Er hilft so sehr.

Es ist 20:06 Uhr. Alle Kinder sind im Bett. Abwechselnd kommt aus den Zimmern der Ruf oder Schrei nach der Mama. Wir trinken Fencheltee und sind froh, um die vergangenen Abende, die wir zum Reden und Teilen hatten. Heute brauchen uns unsere Kinder wieder und das ist auch ok.

Morgen geht es wieder nach Hause. Ich bin müde, aber erfüllt. Mit guten Ratschlägen, Ideen und Visionen. Ich freue mich auf die Zeit mit meinem Mann, den wir jetzt eine ganze Woche nicht gesehen haben. Aber er war in unseren Herzen, mein kleiner Neffe hat ihn bei jedem Gebet genannt.

Ich fahre nach Hause und bin mir meiner Rolle sicherer. Habe Ideen wie ich unser Zuhause und unseren Alltag umgestalte und freue mich auf das Wiedersehen mit meiner Schwester, denn wir haben natürlich längst nicht alles besprochen.

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