Empfehlungen, Tiefgang

Rechtfertigung

„Das war ich nicht!“

„Da kann ich nichts dafür!“

„Da kann ich nicht!“

Kennst du das auch? Jemand sagt etwas zu dir und du hast sofort das Gefühl dich rechtfertigen zu müssen? Eine Erklärung finden zu müssen, damit der andere ja nicht denkt, dass du faul oder schuldig an einem bestimmten Umstand bist. Rechtfertigen zu müssen, was du denkst und fühlst.

Ich finde mich manchmal in Situationen wieder, in denen ich das Gefühl habe, mein Gegenüber interessiert sich nicht für meine Situation, meine Gründe und Begründungen, sondern nur dafür einen möglichen Termin zu finden, ein Ergebnis zu erzielen. Produktivität & Aktion.

Leider bin ich selbst wohl auch jemand, der anderen den Eindruck geben kann, sich rechtfertigen zu müssen. Deshalb schreibe ich das heute Abend.

Ich glaube, meistens hat das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen vor allem mit meiner Gemütslage zu tun. Ich muss mich nicht dafür entschuldigen, dass ich an meinem freien Tag Zeit mit meinem Mann und Knöpfchen verbringen will und auch nicht, wenn mir eine Uhrzeit für einen Termin nicht in meinen Tagesablauf passt. Ich darf für meine Bedürfnisse einstehen und muss nicht ständig in Rechtfertigungen verfallen. Solange ich all meine Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen erfülle. Warum tue ich das? Ja, ich will wirklich nicht, dass der Eindruck entsteht ich wäre faul oder würde mich vor Arbeit drücken. Aber ich weiß ja, das ich das nicht tue. Eigentlich muss ich das niemandem erklären. Ich wünsche mir, dass ich in mich selbst und in die Menschen um mich herum genug Vertrauen habe und es nicht für jede individuelle Entscheidung eine Erklärung braucht. Und dennoch wünsche ich mir, dass ich mich engagiere und einbringe und das wünsche ich mir auch von den Menschen um mich, weil damit so viel Gutes geschehen kann.

Was ich nicht möchte: das sich Leute von mir unter Druck gesetzt fühlen, so wie ich es selbst manchmal empfinde. Ich nehme mir vor: ich will genauer in mich hinein hören und sensibler für die Entscheidungen der Menschen um mich herum sein. Und wieder kommt das aber. Aber ich möchte nicht still sein, wenn ich wirklich das Gefühl habe, dass sich jemand durch seine Verteidigungen und Abwehr für Aufgaben und Herausforderungen selbst im Weg steht und eine Entwicklung, die ihm helfen würde, nicht zulässt.

Ich suche also nach der richtigen Mischung aus anleiten und begleiten, verstehen und akzeptieren und bin dankbar, dass ich mittlerweile über solche Gedanken lange nachdenke und mich mit vielen austausche um weiter zu kommen und mich dabei nicht selbst abzuhängen.

Mein Tipp: Wenn du guten Gewissens gehandelt hast, darfst du ohne dich zu rechtfertigen an deiner Entscheidung festhalten. Vielleicht gilt das Gesagte gar nicht dir, aber du fühlst dich angesprochen, weil du sonst immer 100% geben willst. Jeder darf mal Pause machen, für sich einstehen und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Verfalle nicht in ständige Rechtfertigungen und spreche die Personen an, die dir das Gefühl geben, dich rechtfertigen zu müssen. Vielleicht ist es einfach ein Missverständnis.

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