Alltag als Mama

Rollenchaos

Ich liebe Knöpfchen über alles. Ich konnte mir, bevor er auf der Welt war, nicht vorstellen wie cool es ist, eine Familie zu sein. Natürlich hat sich viel verändert, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich verzichten muss. Es ist einfach anders. Ich bin total empfindlich, wenn ich höre wie potenzielle Eltern gewarnt werden, dass das Leben nicht mehr das gleiche ist mit Kindern und man unbedingt jetzt noch 800x ins Kino und Sushi essen gehen muss (oder was man sonst alles mit Kindern meint zu verpassen). Das kann man meiner Meinung nach nicht so pauschal sagen. Aber dazu schreib ich extra mal.

Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe es in der Gemeinde zu sein, zu wirken und zu arbeiten. Kreativ, inhaltlich und ganz nah an den Menschen. Ich liebe die Vielfältigkeit meines Berufs und die Arbeitszeiten, die Aufgaben und die Verantwortung, die ich tragen darf.

Ich komme an meine Grenzen, wenn ich mich von Knöpfchen verabschiede, er mir meine Schuhe schon bringt, wenn ich nur „Arbeit“ sage und sich mal lachend, mal weinend von mir verabschiedet. Mit diesem Gefühl im Bauch schwinge ich mich, meistens, auf mein Rad und fahre zur Arbeit. Es ist nicht jeden Tag gleich belastend, manchmal klappt es super und ich freue mich einfach auf unser Wiedersehen. Aber ich frag mich doch manchmal, ob es richtig ist zu arbeiten, mit so einem kleinen Kind zu Hause.

Aber zum Glück ist der Papa zu Hause, wir haben die Omas und Opas in der Nähe, die heiß geliebte Patentante, Wahltanten und – onkels. Alle unterstützen uns, Knöpfchen geht es gut. Hoffe ich jedenfalls. Er kann es ja noch nicht sagen.

Mir geht es meistens gut, aber manchmal überkommt mich doch irgendwie Heimweh, nach meinem Kind, dass wir uns so sehr gewünscht haben. Und dann ist Chaos in meinem Kopf und in meinem Herz und ich versuche mich zu freuen, dass mein Mann jetzt mal Elternzeit genießen darf, aber es gelingt mir leider nicht immer.