Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Heute

Kennt ihr dieses Gefühl des Versagens, wenn ihr einen Neujahrsvorsatz nicht umsetzen konntet oder schon nach ein paar Tagen gescheitert seid?

Ich habe euch ja berichtet, dass ich dieses Jahr keine Vorsätze habe und doch ist da in mir ein kleiner Funke Unzufriedenheit. Ich weiß auch nicht, wie ich das immer schaffe. Jedenfalls kam mir gestern der Gedanke, dass jeder Tag, der erste Tag sein kann. Es hängt nicht vom Jahreswechsel ab unsere Gewohnheiten zu verändern, sondern von unserer inneren Einstellung. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Vorsätze fürs neue Jahr am wenigsten effektiv sind, wenn wir wirklich etwas verändern wollen.

Es braucht ca. zwanzig Wiederholungen bis sich eine Veränderung etabliert, eine Gewohnheit verändert hat. Und jeder Tag kann der Erste sein auch heute. Vor allem heute. Es kann ein Anfang sein.

Und gleichzeitig ist heute ein Tag, der gelebt werden möchte. Es ist nicht der Tag vor morgen oder nach gestern, sondern ein ganz eigener, lebenswerter Tag. Mit Überraschungen und Momenten, die wir später Erinnerung nennen.

Viel zu oft lebe ich im Heute für das Morgen. Lasse mich von meinen To Do’s bestimmen und habe wenig bis keinen Spielraum für meine Bedürfnisse und die meiner Familie.

Ohne es mir wirklich vorzunehmen, habe ich aufgehört To Do Listen zu schreiben. Nicht ständig von meinem Handy erinnert zu werden, was noch alles getan werden muss, erleichtert mich. Ich sehe ja außerdem sehr gut was zu tun ist. Putzen, kochen, waschen, aufräumen. Aufgaben fürs Studium, Erledigungen, Vorbereitungen. Aber viel zu oft hat mich das gefangen und verhindert, dass ich vom Heute überhaupt etwas mitbekomme.

Unser Bienchen ist jetzt fünf Monate alt und die Elternzeit meines Mannes geht heute zu Ende. Der erste Tag allein mit den Kindern nach einem Monat. Wir starten mit einer Kita Pause. Bleiben im Bett und lesen. Ich versuche meine Erkältung in den Griff zu bekommen und genieße die Fragen von Sternchen. Knöpfchen schläft noch und erholt sich von einer aufregenden und intensiven Zeit zu fünft. In mir ist Ruhe. Alles kann, aber nichts muss.

Viele Jahre meines Lebens habe ich mich von dem steuern lassen was ich dachte tun zu müssen. Habe Momente verpasst oder sogar kaputt gemacht mit meinem unbrechbaren Drang etwas zu tun. Ohne zu begreifen, dass mein Tun nicht mit dem Abhaken einer To Do Liste gleichgesetzt werden kann. Viele Jahre meines Lebens habe ich mich dadurch unnötig gestresst und versucht irgendwem, irgendwas zu beweisen. Heute beweise ich mir, dass ich gut für mich sorge. Und wenn das heißt, dass ich Termine absage oder verschiebe.

Einfach sein. Auch als Mama, auch im Alltag, auch mit Krankheit. Nichts ist es wert, dass ich die Kindheit meiner Kinder verpasse oder wie durch einen Schleier wahrnehme. Wieder fällt mir der Satz ein: Unser Alltag ist ihre Kindheit.

Und ganz langsam in diesem neuen Jahr kommt mir die Jahreslosung wieder ins Herz:

Prüft alles und behaltet das Gute.
1. Thess 5,21

Ich miste aus. Raus mit allem, was mir nicht gut tut. Aus meinen Gedanken, meinem Herzen, meinem Alltag.

Aber ohne Druck. Denn es soll mir und meinem Glauben dienen und sich nicht als Aufgabe über alles legen. Und jeden Tag neu, darf ich Lernende sein. Darf scheitern und gnädig sein. Und darf wissen: Heute darf ich leben und genießen, muss keinem was beweisen und darf sein wie ich bin.

Und morgen? Das sehe ich dann.

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