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Ciao kakao 2024

Unser Bienchen hat zu Weihnachten eine Mütze bekommen. „ciao kakao“ steht drauf. Und so fühl ich mich gerade mit dem Jahr 2024: „ciao kakao“.

Es war ein so intensives Jahr. Mit Wundern und Verlusten. Mit Hochs und Tiefs. Aber kein Jahr, wie die vorher. Es war definitiv anders. Ich habe noch in keinem Jahr zuvor soviel Zeit auf dem Sofa verbracht und war noch nie zuvor so angewiesen auf die Unterstützung meines Umfelds. Es rührt mich, wie viel Unterstützung wir bekommen haben und wie normal unser Leben trotzdem weiterlaufen konnte.

In unserem Freundeskreis sind so viele Babys geboren. Wunderbabys. Und plötzlich haben fast all unsere Freunde Kinder. Das ist so toll und gleichzeitig musste ich bei meiner Lesung gestern beim Vorlesen kurz innehalten. Da habe ich nämlich beschrieben, wie ich oft abends Besuch von Freunden bekommen habe, wenn mein Mann arbeiten war und da habe ich dann gemerkt, dass das gar nicht mehr so ist, weil jetzt alle selbst zuhause Babys haben. Es gibt trotzdem noch Freunde, die abends vorbei kommen, aber es is definitiv anders.

Mein Unfall war wahrscheinlich das Schmerzhafteste was mir je passiert ist. Nie hätte ich gedacht, dass ich mir mal was breche. Vorallem so unspektakulär wie es war… Beim Treppe laufen. Aber so war es. Die Zeit im Krankenhaus hat mich einiges gelehrt und es war so eindrücklich. Ich habe ein ganz anderes Verständnis entwickelt für Pfleger und Ärztinnen und bin so dankbar über diese Erfahrung. Ich kann nichts Negatives berichten über meine Zeit im Städtischen Klinikum in Karlsruhe und werde ewig dankbar sein, für die gute Behandlung. Als wir ein paar Wochen später ein Dankeschön vorbei gebracht haben wurde ich begrüßt mit: „Ach, Zimmer 9.“ Das hat mich berührt und ich schaue wirklich dankbar auf diese so schmerzhafte und herausfordernde Zeit zurück.

Es war einfach das Timing, das mich überrascht hat. Die ersten Schwangerschaftsmonate mit Bienchen waren übel. So schlecht war mir wirklich noch nie. Bei keiner Schwangerschaft. Ab 15:30 Uhr musste ich immer spätestens liegen. Kaum war die Übelkeit weg breche ich mir den Fuß. Really?

Ich erinnere mich noch wie ich auf dem Boden lag nach dem Sturz und noch ganz kurz überlegt habe, ob wir wohl in den Urlaub fahren können in zwei Tagen… Aber wirklich nur ganz kurz. Dann hab ich meinen Fuß gesehen und die Reaktion des Sanitäters und hab mich schon verabschiedet vom Urlaub. Dem ersten richtigen für unsere kleine Familie seit 2019. Beim letzten Urlaub haben wir den Tod unseres Trauzeugen verarbeitet. Von Urlaub konnte also nicht die Rede sein.

Wir haben zwei neue Mitbewohner bekommen, die super angenehm sind und wir sind sehr dankbar für die Entwicklung und das gemeinsame Wohnen mit ihnen.

Und dann kam unser Bienchen. So ein wundervolles kleines Baby. Sie bringt uns mit ihrem Lachen, ihrer Zufriedenheit und Neugierde jeden Tag zum Staunen. Meine Trauer darüber, dass ich sie nicht stillen konnte wurde getröstet durch die Selbstverständlichkeit mit der ihre Geschwister sie füttern. Sternchen wickelt sie, zieht sie an. Natürlich mit mir an der Seite. Es ist so schön zu sehen welche Liebe zwischen den Geschwistern ist.

Knöpfchen ist mittlerweile ein so großer Junge und wir können jeden Tag mehr beobachten, wie er sich vom Ich zum Wir entwickelt. Erkennt, wie eine Familie, ein Team funktioniert, was er einbringen kann und wie er immer mehr lernt mit seinen Emotionen umzugehen und mit uns so zu kommunizieren, dass es keine mentalen Breakdowns braucht, sondern wir präventiv wirken können.

Und unser Sternchen…ihre Sprache ist unglaublich. Sie erzählt Geschichten und plappert den ganzen Tag. Wieso, weshalb, warum. Sie ist so empathisch und aufmerksam. Neugierig und hat den wohl ausgeprägtesten Bewegungsdrang in unserer Familie. Manchmal komm ich nicht hinterher, aber sie wartet dann auf mich und freut sich auch schon auf den Tag, wenn ich dann endgültig wieder rennen kann.

Ich habe im September das Studium begonnen von dem ich seit Jahren träume und es fühlt sich gut und richtig an. Die erste Abgabe habe ich geschafft, ob ich sie bestanden habe wird sich noch zeigen. Aber ich will dran bleiben und es versuchen. Die Inhalte sind genau meins und ich kann die Zeit des Studierens als Zeit für mich genießen. Im Vorstellungsvideo fürs Studium sollten wir unsere Vorbilder nennen und ich habe ein Bild von meinem Opa eingefügt, weil er für mich eine der wichtigsten Bezugspersonen meines Lebens war.

Und dann kam der Tag von dem wir alle wussten, dass er kommen würde und doch war es dann zu früh. Zu schmerzhaft. Zu unerwartet. Mein lieber Opa ist gestorben und ich spüre auch jetzt noch, nach fast drei Monaten, wie sehr mich sein Verlust schmerzt. Er war ein so wundervoller Mensch und ich vermisse ihn schrecklich. Gestern waren wir nochmal in seinem Haus. Fast alle Enkel und Urenkel waren da. Haben sich ein Erinnerungsstück ausgesucht. Erinnerungen geteilt. Wir haben geweint und gelacht. Seinen Geruch gerochen und wieder geweint. Und dann saß ich in seinem Sessel mit Bienchen auf dem Arm. Um uns herum wuselten die anderen Urenkel und die Enkel gingen ehrfürchtig durch die Zimmer und schwelgten in Erinnerungen. Und in dem Moment wusste ich: Genauso hätte er es gewollt. Und das war gut. Sternchen hat die selbst bemalten Steine auf dem Grab abgelegt und dann sind wir zu meiner 6. Lesung gefahren. Für mich war das gestern sehr emotional und besonders. Der Ort, das Lebenshaus des CVJM Baden in Unteröwisheim, der Ort, an dem mein Mann und ich uns kennengelernt haben. Nach so einem intensiven Tag. Aber es war genau richtig. Das Publikum war toll und ich durfte mich fallen lassen im Vorlesen und Singen.

Das Schreiben und Teilen meiner Gedanken ist für mich nach wie vor so wichtig und ich spüre immer wieder, dass da in mir so viel passiert und ich sehr dankbar darüber bin, dass Gott mich das hat erkennen lassen.

Fürs neue Jahr habe ich einige Gedanken. Ein Visionboard für 2025 habe ich schon gemacht in einem tollen Workshop am letzten Wochenende. Aber heute schwelge ich noch ein wenig im Alten, bevor ich euch morgen vielleicht einen Einblick in meine Gedanken für 2025 gebe. Jetzt müssen wir erstmal auf eine Star Wars Kindersilversterparty. Also dann, ciao kakao, feiert schön.

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