Seit Wochen geht mir dieses Wort durch den Kopf und ich habe viel überlegt, was es wohl bedeuten könnte. Klar, die Schwangerschaft. Ein bisschen kürzer treten in allen Bereichen, uns auf unser drittes Kind vorbereiten. Der anstehende Urlaub vor Augen, hat sich wie ein kleiner Zufluchtsort angefühlt. Zur richtigen Zeit. Nur wir vier. Die Vorfreude war groß. Ich habe schon ein bisschen angefangen zu packen, vor allem im Kopf, aber auch ganz praktisch. Bis ich dann am Dienstag die Kinder von der Kita abgeholt habe und beim Verlassen der Kita leider gestürzt bin. Rums. So hat es sich angefühlt. Diese eine Stufe. Zum Glück nicht auf den Bauch gefallen. Aber der Fuß…
Ich kenne den Schmerz, habe in meinem Leben schon das ein oder andere Band gerissen. Aber irgendwie sieht das dieses Mal anders aus. Ganz anders. Ich muss weg schauen. Die Schmerzen hauen mich um, ich habe mir auch den Kopf gestoßen und da liege ich. Vor der Kita. Gerade hatte ich noch meine Tochter an der Hand, jetzt ist sie bei ihrer Oma auf dem Arm. Gott sei Dank. Ich lehne mich an eine liebe Freundin, die genau die Rolle übernimmt, die ich sonst in solchen Situationen übernehme. Aber dieses Mal liege ich da. Kann nichts tun, außer Schmerzen haben und mich fragen, warum um alles in der Welt passiert mir das heute? Wo ich mich extra den Vormittag ausgeruht habe um dann viel Kraft und Freude für die Kinder zu haben? Warum passiert mir das überhaupt? Im 7. Monat schwanger. Wirklich?
Die Sanitäter kommen und der Notarzt – ich erspare euch die Details – und dann geht es ab ins Krankenhaus. Notaufnahme, Untersuchungen, Tränen, Gespräche, Tränen, Warten und „endlich“ Gewissheit. Dreifacher Bruch des Sprunggelenks. Keine Worte.
Auf Station fange ich langsam an zu realisieren. Wieder Tränen und dann endlich nicht mehr alleine. Mein Mann konnte zu mir und der erste Schock wurde verarbeitet.
Gedanken, die bei mir schnell da waren haben alle damit zu tun, dass ich Hilfe annehmen muss und die nächsten Wochen wahrscheinlich kaum ein paar Stunden alleine mit den Kindern sein kann. Die Prognose beinhaltet Zeit und die muss ich mir geben. Das fällt mir schwer, weil ich immer Erwartungen erfüllen möchte und einfach auch ein sehr aktiver und praktischer Mensch bin. Die letzten beiden Tage habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht und langsam werde ich ruhiger. Die OP steht noch bevor und dann darf ich erst wieder nach Hause. Ich vermisse die Kinder, meinen Mann, meine Freiheit.
Hier liege ich viel im Bett, muss den Fuß hochlegen und ruhen. In mir ist, trotz allem, große Dankbarkeit für die Unversehrtheit unseres Kindes und Zuversicht für die OP. Es wird schon werden. Irgendwie. Fragt mich am Tag der OP nochmal. Das wird meine erste und als schwangere Frau gibt es da natürlich ein paar Einschränkungen. Aber ich fühle mich hier im Krankenhaus sehr gesehen und gut behandelt und das nimmt mir auch viel Angst. Ich bin nicht die erste, die so etwas erlebt und daran versuche ich mich zu halten.
Wie die nächsten Wochen wohl werden? Wie wir da als Familie wohl durchkommen? Ich weiß es nicht. Und doch glaube ich, dass wir das schaffen können, weil wir uns haben und so viele liebe Menschen, die uns unterstützen. Annehmen wird der Schlüssel sein und ein Plan. Zum Loslassen und auch mal zum Zurückziehen.
Und an diesen Zuspruch will ich mich halten:
Denn der HERR ist meine Kraft und wird meine Füße machen wie Hirschfüße und wird mich auf meine Höhen führen.
Habakuk 3,19
Jetzt heißt es erst einmal warten. Auf die weiteren Untersuchungen, die OP und jemand der mir die Haare wäscht.
Und wenn ich hier raus bin, dann feiern wir eine Party. Und ich werde tatsächlich nur mit meiner Anwesenheit zum Gelingen beitragen. Im Schaukelstuhl sitzen und staunen, wie Gott uns da durchgeführt hat.