Ich muss schmunzeln. Beim Schreiben der Überschrift wird mir bewusst, es ist nicht so ungewöhnlich für uns und mich. Neues zu wagen, Veränderung zu leben. Das war letztes Jahr unser tägliches Geschäft.
Jetzt sind wir angekommen. In den neuen Räumen und mit unseren neuen Nachbarn. Wir sind da.
Und da zeigten sich verschiedene Bereiche, in die wir uns investieren wollen. Für mich bedeutet das jetzt konkret wieder zu arbeiten. Nur ein paar Stunden. Aber es fühlt sich nach etwas Großem an. Nach 4,5 Jahren Elternzeit wage ich den Schritt. Und es fühlt sich wirklich ein bisschen abgefahren an.
Ob ich es noch kann? Wird mir dann alles andere zu viel?
Seit ein paar Monaten habe ich Herzrhythmusstörungen. Nichts Bedenkliches. Keine Ahnung woher und warum. Und heute, am ersten Tag. Keine Spur von Stolpern und doppelten Schlägen. Ruhe im Herzen. Bemerkenswert.
Vielleicht hat es mir mehr gefehlt, als ich dachte. Vielleicht ist es auch Zufall. Wir werden sehen.
Jedenfalls freue ich mich auf diese neue Aufgabe. Zeiten, in denen ich mich mit neuen Inhalten auseinandersetzen kann und neue Menschen kennenlerne. Ich freue mich, dass mein Gehirn mal wieder auf andere Art gefordert wird als sozial und emotional.
Und ein bisschen fühle ich mich wie die Tulpen auf diesem Bild. Als würde ich über die Begrenzungen der letzten Monate und Jahre hinauswachsen und gleichzeitig, sind sie mein Fundament und ein Rahmen. Meine Familie, unser Zuhause, unser Alltag, mein Glaube, meine Freundschaften. All das gibt mir die Möglichkeit mich auszustrecken, auszuprobieren und doch tief verwurzelt zu sein. Und klar schleicht sich gerade immer wieder der Zweifel ein und flüstert mir blöde Dinge ins Ohr und uns Herz. Aber ich will es ausschreiben, weil es sich jetzt gerade tatsächlich einfach gut anfühlt und ich das kaum fassen kann.
Gestern haben wir einen schönen Frauenabend gestaltet und es sind tatsächlich einige Frauen da gewesen. Ich liebe es, mich mit anderen Frauen zu connecten und gestärkt aus solchen Begegnungen hervor zu gehen. Es schreit nach einer Wiederholung.
Seit gestern ist unser Gemeinschaftshof wieder richtig belebt, denn die Sonne scheint. Es wird gespielt, Kaffee getrunken, gequatscht und heute gab es sogar eine kleine Verlosung. Man spürt richtig, wie wieder Motivation und Lebensfreude sprühen und will sich einfach nur hinein legen.
Am Sonntag feiern wir Familiengottesdienst und ich bin gespannt. Heute hatte ich tatsächlich einfach Zeit im Büro und konnte vorbereiten und habe das Gefühl, fertig geworden zu sein.
Alles hat sich gefestigt und ich wage es kaum zu glauben, dass Ruhe eingekehrt ist und ich aufatmen darf. Alle Kinder gesund und am Wochenende haben wir sogar ein bisschen 2 von 3 Kinder frei.
Ich fasse neuen Mut und spüre Zuversicht. Mein Beruf ist so ein großer Teil von mir und ich bin dankbar, dass ich ihn in diesem kleinen Rahmen ausüben kann und wieder ein bisschen in die Routine zurück finden kann.
Wie unsere Wohnung nach dieser Woche aussieht sag ich euch nicht. Aber solange unsere Herzen leicht und die Stimmung gut ist, kann ich das verkraften.
Und jetzt gehe ich früh schlafen, denn müde bin ich und zwar so richtig. Das Schnarchen von Sternchen wird mich in den Schlaf begleiten. 🙂