Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Über die Unwägbarkeiten des Lebens

Es ist Sonntagnachmittag. Ich habe mir vorgenommen geordneter und aufgeräumter in die neue Woche zu starten und es uns damit allen leichter zu machen. Ich verräume die letzte Wäsche, bereite die Vesperboxen für den nächsten Tag vor, schaue ob alle Jacken, Schuhe und Accessoires für unsere drei Kinder an der richtigen Stelle liegen. Räume hier was weg und da. Ja, es ist Sonntag, aber ich spüre, dass mir das die nötige Ruhe gibt, in eine spannende Woche zu starten.

Gerade werden beide Mädchen eingewöhnt, die eine bei der Tagesmutter und die andere im Kindergarten. Es ist herausfordernd für mich, aber das, was am Ende wartet, ist es wert. Freie Zeit für mich. Planbare Zeit. Wie wundervoll.

Aber eben, wenn du denkst es ist alles perfekt, dann kommt doch wieder etwas dazu. Ein Sturz, kranke Kinder, ein herausfordernder Arzttermin.

Im einen Moment ist alles gut und im nächsten drehen sich alle Pläne auf links. Die komplette Woche muss neu gedacht, geplant und organisiert werden. Aber bitte nicht zu viel, weil wir sind schon ganz gut gefordert. Sorgen kommen natürlich noch oben drauf und die unruhigen Kinder in der Nacht.

Und jetzt, eine halbe Woche später sehe ich, was alles durch diese unvorhersehbaren Dinge passiert ist. Welche Gespräche mein Mann und ich geführt haben, die wir sonst nicht geführt hätten und fühle mich ein bisschen mehr sortiert, obwohl es so unsortiert losging.

Ich frage mich manchmal, ob es einen bessern Umgang mit solchen Unwägbarkeiten gibt, als meinen. Ich werde schnell ungeduldig und bin frustriert, weil mein Plan nicht aufgeht. Weil jetzt plötzlich ganz andere Dinge in den Vordergrund rücken und ich doch alles versucht habe, um es schön ruhig und ordentlich zu halten.

Und gleichzeitig habe ich eine tiefe Ruhe in mir gespürt. Es ist alles gut. Ja, vielleicht fordert es mich heraus. Vielleicht muss ich Pläne ändern und etwas verschieben. Aber wenn ich ganz tief in mich hinein höre, dann war ich diese Woche sehr nah an meinen Liebsten dran und das wäre, nach meinem Plan, nicht so gelaufen.

Ich spüre immer wieder, dass ich so viel mehr will, als gerade geht und selbst wenn es mir bewusst ist, stresst es mich doch sehr, wenn ich sehe was andere alles leisten. Oder erreichen.

Mein Kosmos ist gerade meine Familie. Und das ist gut so. Wie ich zukünftig mit unberechenbaren Dingen umgehen werde, wird sich zeigen. Aber eins weiß ich nach dieser Woche wieder. Jede Sorge, die ich allein trage ist zu schwer. Es gibt Menschen in meinem Umfeld, die mittragen und beten. Die so nahe an uns dran sind, dass sie es uns ansehen können, wenn wir es brauchen und ich bin dankbar, dass ich wieder mal spüren konnte, dass Gott uns trägt. Auf seine Weise und nicht nach meinem Plan.

Ich lege alles in seine Hände. An diesem Abend und an jedem neuen Tag.

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