Heute war einer dieser Tage. Schon in der Nacht hat es angefangen. Knöpfchen und Bienchen hatten Fieber. Wir waren alle immer wieder kurz wach. Der Schlaf war nicht sehr erholsam. Knöpfchen konnte nicht wie geplant zur Ferienbetreuung, auf die er sich so gefreut hatte und ich konnte mich von meinen Plänen für den Tag verabschieden. Sternchen ist natürlich zur Unterstützung für ihre beiden kranken Geschwister auch zuhause geblieben und war auch wirklich eine große Hilfe.
Ich verbrachte den Tag also mit kuscheln, tragen, versorgen und vor allem sehr viel stehen und gehen. Und irgendwann habe ich wieder diesen einen Fehler gemacht. Ich habe eine App installiert die mich eigentlich ein bisschen unterhalten soll, dabei zieht sie mich eher runter. Ich habe rumgescrollt, ein paar spannende Beiträge gefunden und mir dazu meine Gedanken gemacht. Zwischendurch Kisten gepackt, Kinder getröstet, Sternchen versucht zu verstehen und dann las ich diesen Satz: „Spürst du dich eigentlich?“
Lass mich mal kurz überlegen… Spüre ich mich? Zwischen Abschieden und Umzugskartons? Sperrmüll, Formularen und to do’s? Zwischen Terminen und kranken Kindern? Gar keine schlechte Frage. Und ich denke ich tue es. Ich habe heute von Resilienz und Ressourcen von innerer Kraft und Freude gelesen. Und auch wenn ich gerade keinen Schlaf finde, weil der Tag doch sehr aufregend war (wir haben unser Sofa aus dem Fenster geworfen) spüre ich heute Abend all das. Vielleicht habe ich mich auch bei den Kindern angesteckt und es sind die Krankheitssymptome, die mich wach halten. Vielleicht aber auch die vielen Impulse. Ich habe die App wieder deinstalliert und will es mir dieses Mal merken. Die eine Frage nehm ich mit, der Rest kann drin bleiben und ich darf mir, gerade an so unplanbaren Tagen wie heute andere Dinge gönnen, als eine App, die mir nicht hilft mich besser zu spüren.
Ein gutes Buch. Eine Reihe häkeln. Meine Blumen für ihre Pracht bewundern. Klingt vielleicht langweilig, aber ich vermute, hätte ich das heute gemacht, würde ich schon friedlich schlummern. Aber so war es eben und es ist ja auch kein Drama.
Heute Abend, als dann doch alle drei Kinder noch sehr spät, sehr wach waren, spürte ich, ich muss mich jetzt hinsetzen, sonst falle ich vielleicht um. Solche Tage haben es in sich und wir dürfen als Eltern stolz sein, dass wir sie wuppen und dürfen diese Anstrengung auch spüren. Atmen, realisieren es ist eine Phase, lächeln, weitergehts.
Bienchens leuchtende Augen, nach dem sie den kleinen Sessel allein erklummen hat und wie ihre großen Geschwister darauf sitzt. Sternchens leuchtende Augen, wenn sie realisiert, dass wir sie lieben, genauso wild wie sie ist. Und Knöpfchen, der wenn er fiebert wirklich unglaublich witzige Dinge sagt und tut. Wogegen könnte ich diesen Tag tauschen wollen? Eine durchgeschlafene Nacht? Würde ich schon mal wieder nehmen, aber nicht im Tausch.
Ich spüre, ich bin hier genau richtig. Ich darf wütend sein, traurig und fröhlich. Hoffnungsvoll und überdreht. Darf tanzen, lachen, singen und was schaffen. Darf spüren, dass es für mich gut ist, auch wenn ich mich manchmal zwischendurch hinsetzen muss. Ich spüre jeden Knochen und weiß, es hat sich gelohnt. Aber vorallem spüre ich tiefe Dankbarkeit und Vorfreude.
Habt eine gute Nacht ♥️