Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Wenn ich denk…

Gedanken. Sie haben Macht und gleichzeitig können sie so wenig über uns aussagen. In stressigen Zeiten neige ich dazu Dinge zu „zerdenken“. Es fühlt sich manchmal so an, als wäre es meine Pflicht oder Aufgabe darüber nachzudenken, was alles sein könnte, sollte, müsste.

Anstrengend ist das. Und manchmal auch irgendwie nicht fröhlich. Und gleichzeitig ist es ein Teil meiner Persönlichkeit. Wenn ich genauso viele Gedanken frei hätte für mein Studium, wie für alltägliche Dinge, dann wäre ich dort schon einen bedeutenden Schritt weiter. Aber irgendwie stecke ich momentan ein bisschen fest.

Geburtstage. Verabschiedung in der Kita. Sommer. Feste. Einladungen. Gemeinde. Es passiert so viel Schönes und Gutes und ich will es so gerne genießen und manchmal will ich aber einfach auch nur allein sein. Eine Stunde oder zwei. Nur machen was ich möchte und sonst niemand. Kein „Mama“ hier und „Mama“ da.

Neulich fragte mich Knöpfchen, ob es eigentlich schön ist Kinder zu haben. Was für eine Frage. „Das Schönste“, sagte ich und meine es auch so.

Es ist vielschichtig und nicht mit einem Wort zu beschreiben. Ich habe ihm die Ausführung erspart. Aber in mir hat es etwas zum Klingen gebracht. Es ist das Schönste und kann dennoch anstrengend sein. Es ist das Wertvollste und kann mich doch manchmal zum Weinen bringen (aus Frust, nicht aus Freude). Es ist das Größte und eine große Verantwortung.

Immer wieder denke ich, wie froh ich bin, dass ich nicht für alles allein die Verantwortung trage. Wir sind als Eltern zu zweit und ich habe immer meinen Gott an meiner Seite. Meine Gebete sind momentan kurz, aber er versteht sie. Er lässt mich nicht hängen. Oft passieren in anstrengenden Momenten plötzlich so schöne Dinge. Sternchen philosophiert über ihren Kochtöpfen, Bienchen steht plötzlich allein vor mir und Knöpfchen ist plötzlich ein Junge, der meinen Humor versteht und mir wissende Blicke zuwirft, wenn ich mit Ironie um mich werfe.

Und immer wieder kommt mir der Gedanke: „Es ist alles gut. Wir haben ein schönes Leben. Ich bin dankbar für dieses Leben und jetzt darf ich einfach den Moment genießen.“ Auch wenn ich keine Maschine bin und auf Knopfdruck funktioniere. Es hilft. Ich werde ruhig. Bin im Moment und kann alles was könnte, sollte und müsste, wegschieben. Und das Großartige daran ist, dass nicht Schlimmes passiert, wenn ich mir weniger Gedanken mache. Im Gegenteil. Ich bin freier und die to do’s erledigen sich irgendwann leichter. Ich wollte fast schreiben „wie von allein“ aber das wäre jetzt doch ein wenig übertrieben.

Ich lerne anzunehmen, dass diese Lebensphase uns gerade herausfordert und es ok ist, dass wir sehr bei uns bleiben. Ich weiß, es ist eine Phase und sie wird vergehen und ich möchte mich vor allem an alle guten Dinge erinnern, die gerade passieren und den Schwermut nicht hier wohnen lassen.

Habt einen schönen Sommer 🙂

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