Alltag als Mama

Kleinteilig

Hier eine Windel. Da ein hungriges Kind. Ein gebauter Turm. Einen Streit geschlichtet. Tränen. Lachen. Wäsche machen. Essen vorbereiten. Aufräumen. Kurz freuen. Wieder aufräumen.

Mama sein ist kleinteilig. Das große Ganze zu erkennen manchmal schwer und fast unmöglich. Man sieht oft wenig von dem was man tut, bis man es am Ende des Tages an den Nerven und dem eigenen Körper spürt. An manchen Tagen ist es Schwerstarbeit, an anderen flutscht es uns nur so von der Hand.

Mama sein heißt, sich selbst mal kurz vergessen um im nächsten Moment auf die Frage: „Ja, was würdest du denn gerne mal wieder machen?“- keine Antwort zu wissen.

Mama sein heißt morgens mit dem zuckersüßesten Lachen begrüßt zu werden das man sich vorstellen kann. Wie gerne würde ich einen Fotobeweis von Bienchen hier einfügen, damit ihr mir glaubt. Dieses Mädchen ist einfach vom ersten Augenaufschlag gut gelaunt. So eine Freude. Sie klatscht und wippt. Lacht und freut sich den ganzen Tag.

Mama sein heißt auch von den beiden Großen nach zwei Nächten getrennt sein mit:“Mama, endlich.“ und einer dicken Umarmung begrüßt zu werden.

Und dann sitze ich abends in meinen Schaukelstuhl auf der Terrasse, genieße die letzten Sonnenstrahlen und weiß, dass heute ein guter Tag war und ärgere mich gleichzeitig, dass ich beim ins Bett bringen dann doch ungehalten war. Wie gern würde ich es immer gut machen. Aber meine Kräfte sind begrenzt und es kann auch nicht immer alles perfekt sein.

Ich bin eben auch nicht nur Mama, sondern eine eigenständige Person und das vergesse ich wirklich manchmal.

Heute hatte ich kurz den Gedanken, dass ich es ja immer gewohnt war größere Projekte zu managen. Sei es bei der Arbeit oder auch im Ehrenamt. Es war immer viel in Bewegung. Jetzt bin ich seit fast vier Jahren in Elternzeit und natürlich, bewegt sich so einiges hier. Aber das Tempo bestimmen plötzlich andere. Drei kleine Wesen, die meine kompletten Ressourcen brauchen und meinen Tank natürlich auch immer wieder auffüllen. Manchmal ist es schwer auszuhalten die eigenen Pläne hinten an zu stellen und sich immer wieder auf andere Bedürfnisse, als die eigenen einzulassen. Und gleichzeitig weiß ich, wie begrenzt diese Zeit ist und was ich sicherlich in ein paar Jahren vermissen werde.

Also freue ich mich am Kleinen und sehe das große Ganze in der wertvollen Zeit mit den Kindern. Auch wenn es mich manchmal herausfordert.

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