Glaube im Alltag

Ein Päckchen Zuversicht, bitte.

Heute arbeitet es in mir. Politik im Inland, im Ausland. Kranke Kinder. Fehler im System. Es wühlt mich auf. Ich schaue meine drei Kinder an und wünsche mir nichts mehr für sie, als in Frieden aufwachsen und leben zu können. Und für dich und für mich.

Soziale Medien schüren meine Angst. Die Artikel die in meinem Feed erscheinen gehen noch tiefer, ich kann nicht aufhören zu scrollen und deinstalliere die App. Ich mag das nicht sehen, nicht lesen und vor allem nicht glauben.

Ich würde gerne glauben, dass jeder Mensch von Grund auf gut ist. Dass jeder Politiker im Grunde seines Herzens nur das Beste will, für die Menschen in seinem Land, aber ist das auch das Beste für jeden Menschen der Welt? Kommen wir da überhaupt hin? Ist das realistisch? Es wäre so schön…

Und gleichzeitig merke ich, was das Lesen von Nachrichten mit mir macht. Und finde dieses Bild so absurd. Millionen Deutsche sitzen jeden Abend vor dem Fernseher, manche den ganzen Tag. Andere bekommen ständig weltuntergangsähnliche Nachrichten auf ihr Handy und es fühlt sich an, als wären wir seit Jahren in Alarmbereitschaft. Müssen zu jedem Zeitpunkt mit allem rechnen. Scheinbar.

Denn so ist es nicht. Wir schweben nicht in ständiger Gefahr und müssen uns auch nicht ständig vor jedem Menschen der uns auf der Straße begegnet schützen. Es wird uns aber vermehrt suggeriert und dieser Wahlkampf dient auch dazu, Ängste zu schüren und Menschen in die Bewegungslosigkeit zu treiben. Dabei haben wir theoretisch so viel Spielraum. Ich sage nicht, dass alles in unserem Land gut läuft. Aber ich sage, dass es der Mehrheit von uns gut geht und wir in einem Pessimismus leben, der mir echt aufs Gemüt schlägt.

Und dann lese ich das:

Aber er hat zu mir gesagt: “ Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.“ Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir.

2. Korinther 12,9

Was wäre, wenn wir all die Zeit, die wir uns mit pessimistischen und schwarzmalerischen Nachrichten beschäftigen dafür nutzen würden zum Beispiel in unserer Nachbarschaft oder unserem sozialen Netzwerk positiv und optimistisch zu wirken? Was wäre, wenn wir uns nicht von Angst, sondern von Hoffnung leiten lassen würden? Es besorgt mich, wenn Menschen, die mehr als genug zum Leben haben eine Wut entwickeln und aus dieser Wut heraus einer Partei treu bleiben, die den Absprung zur Menschlichkeit verpasst hat. Wir sind alle frei selbst zu denken, selbst zu entscheiden und selbst anzuerkennen wie gut es uns geht und ich freu mich ehrlich, wenn ich auf der Straße Menschen begegne, die fröhlich sind. Nicht zynisch.

Vielleicht liegt es daran, dass ich heute noch mit keiner anderen erwachsenen Person gesprochen habe und ich, wieder mal, in die Social Media Falle getappt bin.

Ich glaube, dass es uns gut tun würde, dankbarer zu sein, für das was schon gut ist und uns zu engagieren für das, was besser werden soll. Und damit meine ich nicht, dass wir uns alle politisch engagieren sollen, aber menschlich und sozial. Im hier und jetzt, auf dem Weg zur Arbeit, in der Kita. Sorgen und Ängste bringen uns nicht weiter. Aber Hoffnung, Zuversicht und Optimismus und vor allem: ein wertschätzender und liebevoller Umgang miteinander.

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