Keine Woche gleicht der anderen und doch ist jeder Tag in seinen Routinen so ähnlich. Begleiten, ermutigen, trösten, halten. Aushalten. Und dann plötzlich Schnee. Dicke, weiße Flocken. Leuchtende Kinderaugen und mein Mamaherz wird ganz ruhig.
Bald ein Schulkind, seit dieser Woche zwei Kindergartenkinder und ein Baby, dass jeden Moment loskrabbeln möchte. Ich staune. Wieder mal. Werde ich es jemals lernen? Dass nichts bleibt, wie es ist und jedes Kind, jeder Übergang, jede Phase seinen ganz eigenen Zauber hat. Zugegebenermaßen ist es nicht immer zauberhaft, manchmal müsste ich noch eine ganze Tüte Glitzer drüber schütten um es wundervoll zu finden. Zumindest für den Moment. Im Rückblick ist es immer toll. Erstaunlich und ich erkenne immer wieder, was für ein großes Geschenk wir da haben.
Und doch…es ist anstrengend. Ich fühle mich erschöpft, nicht mental, aber körperlich. Weiß, dass Bewegung mir gut tun würde und bin an machen Tagen schon froh, wenn ein warmes (und gesundes) Mittagessen auf dem Tisch landet. Wenn saubere Wäsche im Schrank ist und man keine dreckigen Socken in der Wohnung bekommt.
Gerade ist es meine größte Übung für die Übergange, die wir als Familie, aber auch jeder einzeln, erleben, Raum zu haben. Meinen Kalender so zu füllen, dass es gut tut und ich nicht zusätzlich unter Druck gerate. Niemanden enttäusche, wenn ich absage und hoffentlich auch keine Erwartungen unerfüllt lasse. Und gleichzeitig weiß ich, dass mir das eigentlich egal sein müsste und darf. Meine wichtigste Aufgabe ist hier. Mit den Kindern, meinem Mann und vor allem mit mir.
Danke der Therapie, die ich vor einigen Jahren, während einer sehr schweren Zeit gemacht habe, weiß ich, dass ich gut für mich sorgen darf und das auch kann. Und das klappt gerade auch sehr gut und gestern, als ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit mal ganz allein im Auto saß, konnte ich es kurz gar nicht fassen. Allein mit meinen Gedanken. Ruhe. Keiner will gerade etwas von mir und gleichzeitig habe ich mir einsam gefühlt, weil es eben gerade so ist. In dieser Kleinkindphase ist Zeit nur für mich begrenzt und doch brauch ich sie. Egal ob abends auf dem Sofa oder mal kurz alleine raus etwas besorgen. Und ich darf das auch genießen und wieder lernen, mit mir allein zu sein.
Und auch was sonst so passiert in der Welt, politisch, hier bei uns vor der Tür – bewegt mich natürlich. Es treibt mich um, macht mich stellenweise wütend. Aber den Pessimismus und die Sorge lasse ich eine Woche vor der Wahl noch nicht bei mir einziehen. Da geht noch was. Jeden Tag spreche ich mit einer Person über die Wahl und bete. Für Vernunft, Einsicht und ein Wunder. Ein Großes.
Es kann beides sein und nebeneinander stehen. Es darf mir gut gehen und um mich herum unruhig sein. Ich allein rette due Weilt nicht und das darf mir auch bewusst sein. Aber ich darf mir genauso bewusst sein, dass es viele, wirklich viele schlaue Menschen in diesem Land gibt und die Hoffnung, dass sie eine weise Entscheidung treffen, habe ich.
Es ist eine spannende Zeit, voller kleiner und großer Übergänge und in allem Trubel, darf es uns gut gehen.