Es ist Dienstag. Der zweite Tag der Woche und schon ist nichts mehr wie geplant. Zwei Kinder krank. Warum habe ich mir gestern eigentlich so viel für heute vorgenommen? Vielleicht weil es mir endlich mal wieder etwas besser ging und ich euphorisch war. Das hielt nur kurz. Jetzt kann ich maximal die Hälfte von dem machen was ich mir vorgenommen habe, weil kranke Kinder halt die Mama brauchen. Oder den Papa. Und das ist ja auch gut so, aber ein bisschen frustriert mich das trotzdem.
Und zudem weiß ich, dass ich noch in einer guten Situation bin und viele andere Eltern morgens richtig Stress haben, wenn das Kind plötzlich krank ist. Da hängt nämlich deutlich mehr dran als bei mir. Der Arbeitgeber muss informiert werden, ist vielleicht auch nicht begeistert, wenn man sich wieder krank meldet wegen des Kindes und gleichzeitig hat man vielleicht auch diverse Diskussionen mit dem Partner. Wer kann leichter zuhause bleiben? Wenn man das Kind aber krank zur Kita bringt kann man sich dem Frust der Fachkräfte und anderen Eltern aussetzen, obwohl eigentlich alle wissen, welcher Druck auf einem lastet. Ganz zu schweigen von denen, die zur Arbeit auch noch alleinerziehend sind und vielleicht gar keine Unterstützung haben.
Systemfehler? Ich glaube nicht, dass irgendein Elternteil bezweifelt, dass ein krankes Kind am besten Zuhause ist und dort am ehesten genesen kann. Was für ein Stress.
Und jetzt sitze ich hier mit einem strahlenden Baby, das sich wundert, dass die Nase verstopft ist und so wenig Luft durch kommt und meinem Sternchen, die in die Massenproduktion von gemalten Einzigartigkeiten gegangen ist.
Bin einerseits dankbar, dass ich heute morgen nur meine eigenen Pläne über den Haufen werfen musste und andererseits gespannt, wie der Tag sich noch so entwickelt.
Und du frägst dich vielleicht, warum ich mir Zeit nehme das zu schreiben und nicht schon in der Küche stehe und Suppe für mein krankes Kind koche? Weil es mir wichtig ist zu zeigen, dass man zwar glücklich als Eltern sein kann und einen die täglichen Herausforderungen doch immer wieder erwischen können, egal wie reflektiert und scheinbar gut vorbereitet man darauf ist.
Morgen schreibe ich euch vielleicht was alles super funktioniert hat. Oder auch nicht.
Und mein Gebet für heute? Herr, schenke mir Geduld, Liebe und guten Kaffee. Amen