Alltag als Mama, Glaube im Alltag

Oh du schöne Weihnachtszeit

Ist es mir dieses Jahr gelungen? Hatten wir eine entspannte Vorweihnachts- und Adventszeit?

Ich sitze im Sessel im Wohnzimmer. Alle haben noch den Schlafanzug an, außer Bienchen. Die strampelt sich unter ihrem Spielebogen ab und macht die passenden Geräusche zu den Gitarrenklängen meines Mannes. Knöpfchen kommentiert Papas neu erworbene Skills und Sternchen? Die baut Papierflieger und überlegt, wie sie daraus einen Helikopter machen kann. Es ist 11.00 Uhr.

Sprachlich ist hier einiges los. Den ganzen Tag Geräusche, Worte, Töne. Eine spannende Phase. Wieder eine. Die nächste wartet schon an der Ecke und wird uns wieder überraschen, wie gesegnet wir sind mit unseren Kindern, die aus sich heraus so viel lernen und sich entwickeln. Wir staunen, lachen und ja, manchmal ist die Stimmung hier auch am Boden, vor allem wenn alle fünf Zuhause sind.

Wir sind hauptsächlich Zuhause. Ein bisschen fühlt es sich an wie unsere Höhle. Es gab kleine Ausflüge. Zum Riesenrad. Die Tante auf dem Weihnachtsmarkt besuchen, auf den Stadtkirchenturm klettern und die Wochenenden im Advent haben wir mit Teilen unserer Familien verbracht. Es war ruhig. Ich habe Geschenke besorgt, aber als ich keine Ideen mehr hatte, habe ich damit aufgehört. Dieses Jahr bekommt nicht jeder ein Päckchen, sonst hätten wir nämlich an die 40 gebraucht und … das schaff ich nicht mehr. Oder im Moment nicht. Jedenfalls hätte es mich unfassbar gestresst und ich wäre wahrscheinlich jetzt auch noch in der Stadt unterwegs.

Da mein Körper mir die letzten Wochen auch sehr deutlich gezeigt hat, dass es gerade genug ist einfach zu sein und für meine Kinder und meinen Mann da zu sein, werde ich keinen Fuß mehr in einen Laden setzen. Wir haben Lebensmittel bestellt. Halten unseren Alltag einfach und brauchen deshalb auch sehr wenig….nur die Windeln sollten nicht ausgehen…

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Das ist dieses Jahr unser Adventskranz. Last minute und doch hats gerreicht.

Beim Dekorieren der Wohnung für die Adventszeit hatte ich immer wieder das Gefühl ich habe etwas vergessen. Und so war es dann auch. Eines Abends auf dem Sofa ist mir eingefallen, ich habe die Krippe im Keller vergessen…Ich bin nicht direkt aufgesprungen und habe sie geholt, sondern habe überlegt, wie wir das gemeinsam machen können. Jetzt steht sie hier im Karton und wartet darauf von leuchtenden Kinderaugen ausgepackt zu werden. Immer wieder komme ich in dieser Adventszeit an den Punkt, dass ich merke, ich bin nicht allein für alles zuständig. Das liegt sicher auch daran, dass mein Mann seit Mitte Dezember Elternzeit hat, aber auch daran, dass ich mir versuche meinen inneren Druck zu nehmen, in dem ich nicht unausgesprochenen und wahrscheinlich nicht einmal vorhandenen Erwartungen gerecht werden muss.

Um uns herum sind so viele Babys auf die Welt gekommen und ich würde die Mütter so gerne mehr entlasten und ihnen Gutes tun. Öfter als einmal für sie kochen, ihnen das Baby einen Moment abnehmen, damit sie entspannt duschen gehen können. Irgendwas. Und dann muss ich mich manchmal kurz erinnern, dass mein Baby auch erst vier Monate alt ist und ich mich um die Mama sorgen darf, die mir am nächsten ist. Nämlich ich.

Ein bisschen habe ich das leider verlernt. Deshalb muss ich in kleinen Schritten wieder an der Beziehung zu mir selbst arbeiten. Hören, was ich brauche. Spüren, was ich fühle. Handeln, bevor ich erschöpft bin. Und zurückfinden in die tiefe Verbindung zu meinem Gott. Gerade in dieser Adventszeit habe ich gespürt, dass ich eher zum Handy greife, eher einen Film schaue oder mich meinen Studieninhalten widme, als Zeit mit ihm zu verbringen. Gestern, als mein Körper schwach war, habe ich plötzlich unter Tränen gebetet. Ich will nicht nur Kontakt mit ihm haben, wenn ich schwach bin, sondern jeden Tag meines Lebens. Ich wünsche mir so, dass ich schlechte Gewohnheiten ablegen kann und mein Herz frei mache, für ihn.

Und wann wäre der Zeitpunkt passender als jetzt. Vier Tage vor dem Fest der Feste. Zur Ruhe kommen, erwartungsfroh mit meinen Kindern über das Wunder staunen, dass in unserer Herzen einziehen möchte.

Spürst du schon den Zauber von Weihnachten oder noch die Hektik des Konsums? Schließ doch für einen Moment die Augen und überlege dir, was du wirklich noch erledigen willst? Woran du Freude hast und was nur Platzhalter sind für die Dinge, die du dir eigentlich wünschst?

Vielleicht kommt mein Blogpost ein bisschen spät und du hättest diese Gedanken schon vor ein paar Tagen gebraucht. Aber vielleicht ermutigt es dich auch jetzt zu entscheiden, dass nicht mehr alles getan werden muss und du, egal wie viele Geschenke du schon gekauft hast, das Wunder von Weihnachten erleben kannst.

Überlege dir, was du wirklich willst und versuche dich frei zu machen von Erwartungen, die du spürst und die dir die Freude nehmen, an diesem besonderen Fest Gottes Nähe zu spüren. In unserer Stadtkirche in Karlsruhe gibt es heute und morgen Abend noch die Möglichkeit in der Krypta einen Stationenweg zu machen und sich einzustimmen. Und vielleicht ist auch ein weiterer Besuch auf dem Weihnachstmarkt keine perfekte Einstimmung in das Weihnachstsfest.

Was auch immer du brauchst und du dir vorstellst für die kommenden Tage, überleg dir doch wie viel das eigentlich mit Weihnachten zu tun hat. Mich entspannt das und es zeigt mir, dass alles was mir Stress macht von uns Menschen gemacht ist und ich getrost nein sagen darf dazu.

Jetzt wünsche ich dir und deinen Liebsten eine schöne Einstimmung aufs Fest, mit wenig Gedöhns und viel Frieden.

Deine Jasmin

https://www.stadtkirche-karlsruhe.de/detail/nachricht-seite/id/59166-kryptisch-adventswege/?default=true

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