Alltag als Mama, Empfehlungen

Wochenbett

Eine magische Zeit. Man hat manchmal das Gefühl, dass das Baby innerhalb eines Schlafes wächst. Man staunt und bewundert und dann kommen plötzlich die Tränen und keiner weiß warum. Baby blues oder Erschöpfung?

Eigentlich schlafen wir recht gut. Und doch sind die Augen morgens schwer zu öffnen und ich wünschte die Nacht könnte weiter gehen. Aber da gibt es ja noch zwei andere Kinder und deshalb ist dieses Wochenbett auch irgendwie anders.

Außerdem waren die letzten Monaten ja auch schon so eingeschränkt durch meinen Fußbruch und so ist unser absolutes Highlight rauzugehen. Der Radius erweitert sich und Bienchen mag es gerne von Papa oder mir im Tuch getragen zu werden. Auch im abgedeckten Kinderwagen fühlt sie sich wohl und wir genießen jeden Schritt. Vorallem für mich ist es wirklich wie ein Freiwerden nach so langer Abhängigkeit. Ich kann alleine laufen und dabei sogar mein Kind tragen. Natürlich nur das Kleinste, aber es fühlt sich so gut an.

Wir lernen uns kennen. Bienchen ist sehr zufrieden. Meistens schläft sie. Kuschelt oder schaut. Ihre Geschwister sind gerne um sie. Legen sich zu ihr. Schlafen neben ihr ein.

Nach fast vier Wochen Babyurlaub von der Kita wollte Sternchen heute morgen wieder dorthin. Knöpfchen hat sich bei Oma und Opa eingeladen und die drei verbringen ein paar schöne Tage zusammen. Jeder bekommt das, was er braucht. Wir sind sehr dankbar, dass unsere beiden Großen meistens gut kommunizieren können was sie brauchen. Knöpfchen braucht eher 1:1, Sternchen mag Gemeinschaft mit vielen. In der Zeit zu Hause versuchen wir ihnen Zeit mit uns alleine zu geben und das klappt bisher ganz gut. Kurz ein Buch vorlesen, ein gemaltes Bild bestaunen und besprechen, eine Runde spielen. Diese Aufmerksamkeit hilft ihnen sich in unserer neuen Konstellation zu finden und sich nicht vernachlässigt zu fühlen. Auch das füttern oder wickeln der kleinen Schwester ist eine sehr beliebte Aufgabe. Ich möchte es nicht zu sehr romantisieren, natürlich gab es auch Streit und Tränen. Aber alles in allem sind wir sehr ausgeglichen und glücklich über diese Wochen seit Bienchens Geburt.

Nächste Woche kommt dann der Alltag und ich bin sehr gespannt. Wie werde ich es hinbekommen mit drei Kindern alleine zuhause? Ein paar Ideen habe ich schon, wie die Umsetzung gut gelingen kann, aber nicht alles kann ich vorbereiten und vorhersehen. Ich bete, dass Gott mich in den Situation der Überforderung gut leitet und ruhig bleiben lässt. Und dann darf ich mir auch immer wieder bewusst machen, dass ich noch im Wochenbett bin. So dankbar ich bin, dass ich nicht mehr liegen muss, umso verlockender ist es gleichzeitig zu schnell zu viel zu wollen. Aber Sternchens strahlende Augen, wenn sie mit dem Fahrrad voraus fährt und ich ihr hinter her komme, die sind es mir doch wert jeden Tag neu zu schauen, was mir und uns gut tut.

Es ist so spannend langsam Bienchens Wesen zu entdecken. Knöpfchen und Sternchen beim Wachsen zuzuschauen. Knöpfchen hat seinen ersten Wackelzahn verloren und Sternchen braucht keine Windel mehr und kann Fahrrad fahren. Wir wachsen als Eltern von drei Kindern und spüren mehr als je zuvor, wie wichtig die Kommunikation miteinander ist. Es ist ein spannender Prozess. Nicht immer fühlt es sich leicht und rosig an. Freude und Liebe überwiegen aber und wir dürfen nachsichtig mit uns sein, noch ein bisschen Zeit vergehen lassen und uns auch Scheitern zugestehen.

Der Sommer gibt gerade alles was er hat und das tun wir auch. Für unsere Kinder und füreinander.

Hinterlasse einen Kommentar