Es ist viel passiert in den letzten Wochen und so ganz allmählich geht es auf die Zielgerade der Schwangerschaft.
Heute liegen wir einfach nur auf dem Sofa. Lesen, Hörbuch und die ein oder andere Medienzeit ist auch drin.
Mein Fuß heilt, aber es dauert. Autofahren, Fahrradfahren und selbständig lange draußen sein geht alles noch nicht. Und das schränkt unseren Radius gewaltig ein. Vor allem wenn mein Mann arbeitet. Zum einen trägt es natürlich zur Entschleunigung bei, zum anderen geht es mit aber auch teilweise ziemlich auf die Nerven und ich würde gerne selbstbestimmter sein.
Die Stadt ist mir gerade oft zu laut und der Wald dann fast unerreichbar. Trotzdem schaffe ich es zuhause mir Oasen zu schaffen und ich habe unsere Wohnung mit der schönen Terrasse wieder neu zu schätzen gelernt.
Morgen steht der Abschied unserer Mitbewohnerinnen aus Amerika an und das beschäftigt uns natürlich. Zum Glück haben wir schon einen tollen Nachmieter gefunden, aber wir werden die beiden sehr vermissen. In der Zwischenzeit hat sich auch ein anderer Mitbewohner gefunden, der jetzt schon ein paar Wochen bei uns wohnt und es läuft gut. Da bin ich gerade sehr dankbar, da ich meine Energie für das Baby und meinen Fuß brauche.
Knöpfchen und Sternchen sind ein wahrer Segen. Sie machen es super. Helfen viel und sind ausgeglichen. Zumindest meistens. Natürlich gibt es auch anstrengende Tage. Aber insgesamt kommen wir gut zurecht. Sicherlich auch, weil wir Unterstützung bekommen und ich in einem relativ ordentlichen und sauberen Umfeld einfach entspannter bin und mich nicht ständig frage, wie ich das alles schaffen soll.
Lebensmittel lassen wir liefern, ab und zu wird uns auch Essen gebracht. Liebe Eltern aus der Kita unterstützen uns beim Abholen und Bringen der Kinder. Wir konnten den sechsten Geburtstag von Knöpfchen im Legoland feiern und es war mir sogar möglich dabei zu sein.

Da wir alle im Sommer Geburtstag haben feiern wir gerade fast jede Woche. Sternchens steht jetzt noch vor der Tür und wir haben auch dafür schon schöne Sachen geplant, die wir dann hoffentlich auch umsetzen können
Zu sehen wie sich die Beziehung zwischen unseren Kindern gerade verändert und sie sich total auf die Geburt ihres Geschwisterchens freuen ist eine wahre Freude. Sternchen plant schon die Betreuung vom Baby, das erste Kuscheltier wurde gemeinsam ausgesucht, die Wippe eingeweiht, Kleidung gewaschen und eingeräumt und die winzigen Windeln bestaunt. Knöpfchen ist unfassbar geduldig und wartet manchmal minuetenlang mit der Hand auf meinem Bauch, bis er eine Bewegung spürt. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ist unbezahlbar. Namen werden gesucht und die Aufregung steigt.
Ich spüre in mir langsam einen Rückzug. Das kenne ich schon von den anderen Geburten. Durch meinen Unfall ist es ein bisschen anders und ich will auch viel draußen sein, weil es jetzt lange nicht ging. Aber ich spüre, dass ich mich hauptsächlich mit Menschen umgeben möchte, die mich leichter machen und mir ein gutes Gefühl geben, vor der Geburt.
Es gibt noch die ein oder andere Sache vorzubereiten und wir haben noch drei Hochzeiten zu feiern. Mal sehen auf wie vielen wir dann tatsächlich tanzen werden. Ansonsten wird der Kalender immer leerer und wir bereiten uns innerlich darauf vor, als Familie zu wachsen.
Ich bin so dankbar für viele tolle Momente in den letzten Wochen. Die Geburtstage, eine Lesung, Midsommerfeier bei Freunden, Ausflüge in den Wald und essen gehen ohne Kinder.
Vorallem bin ich aber für die kleinen Dinge dankbar. Die Unterstützung im Alltag durch Freunde und Verwandte, die vielen ruhigen Nachmittage mit den Kindern, jedes gelesene Buch und jeden schmerzfreien Schritt.
Mein Mann und ich feiern dieses Jahr unser Zehnjähriges und durch die letzte Zeit bin ich wieder neu so dankbar, dass er der Mann an meiner Seite ist und wir aneinander wachsen und uns so gut ergänzen. Seine Gelassenheit und Rationalität haben mir in den letzten Wochen oft geholfen nicht zu verzweifeln und ich spüre Ruhe und Zuversicht in mir. Das tut so gut.
Gott hat diese Zeit begleitet und ich fühle mich so gesegnet und gesehen. Denn obwohl der Unfall vielleicht nicht hätte sein müssen, gibt es doch so einiges was dadurch gut geworden ist und sich verändert hat. Und jetzt heißt es noch ein bisschen warten und die Füße stillhalten bis wir unser Baby in den Armen halten dürfen.







