Alltag als Mama, Empfehlungen

Keine Zeit

Gerade begegnet es mir oft. Keine Zeit. Ob bei uns als Familie, im Freundeskreis oder mit anderen Kitaeltern um ein Treffen zu vereinbaren. Keine Zeit. Ein Termin jagt den nächsten. Bei einer piepst das Ohr. Der nächste hat ständig Bauchweh.

Ich habe das jetzt eine Weile mitgemacht und jetzt sage ich wiedes ganz bewusst: Stopp. So möchte ich nicht leben. Wenn jemand mich fragt will ich Zeit haben. Will nicht mit meinem vollen Terminkalender prahlen oder ihn wie ein Schutzschild vor mir hertragen. Wenn ich für die nächsten Wochenenden in unseren Kalender schaue, steht jedes Wochenende etwas drin. Natürlich auch schöne Dinge. Geburtstage, Lesungen, Kongresse, Termine in der Gemeinde. Und doch hat es auf mich auch eine erdrückende Komponente. Versteh mich nicht falsch. Vielleicht ist es genau die Art zu leben, die du dir wünschst. Ich spüre nur, ich will das nicht. Nicht mehr.

Spontan einen Kaffee zusammen trinken gehen oder an einem Projekt herumtüffteln. Das sind meine besten Momente. Auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren können, das gibt Entspannung in unseren Alltag. Sei es ein spontaner Zoobesuch oder ein Besuch bei lieben Freunden.

Und dann sind da doch diese Dinge, die stehen fest. Für die Kinder beten mit meinen Freundinnen. Dieser Termin erdrückt mich nicht. Er gibt Kraft. Einen lieben Menschen feiern, mit allen, die ihn auch lieben. Das ist das Größte. Und diese Dinge meine ich auch nicht.

Es ist Fastenzeit. Jeden Tag miste ich gerade etwas aus. Und nächste Woche miste ich vielleicht ein paar Termine aus. Dinge von denen ich dachte, ich wäre unabdingbar. Oder der Termin würde uns als Familie etwas bringen.

Wenn die Sonne scheint will ich raus können und mich nicht ärgern, dass ich schon wieder einen Tag durchlebt habe ohne an der frischen Luft zu sein.

Ich will nicht hektisch kochen oder putzen, sondern mit guter Musik im Rücken den Moment erleben. Egal ob ich einen Rührbesen oder den Staubsauger schwinge. Mein Leben ist jetzt und dieses Jetzt will ich mit den Menschen erleben, die mein Leben bereichern und einen Platz darin haben.

Ich weiß, dass ich durch die Elternzeit eine große Freiheit habe. Und doch glaube ich, dass wir uns oft von Umständen oder Äußerem leiten lassen und etwas manchmal selbstverständlich wird, bevor wir es reflektiert haben. Dieser Beitrag ist vielleicht auch für dich. Wenn du auch manchmal das Gefühl hast fremdbestimmt zu sein und von deinem Kalender dominiert zu werden.

Vielleicht ist es an der Zeit, Zeit zu haben. Sie nicht zu verschwendet oder übermäßig zu füllen. Sie zu schenken, wenn es dran ist. Sie zu schützen, wenn wir sie für uns brauchen. Ich merke, je bewusster ich mit meiner Zeit umgehe, desto achtsamer und empfanglicher bin ich für meine Gottes Beziehung. Gott hat dann Raum und Zeit mir zu begegnen. Meine Schritte zu lenken. Mein Herz zu erfüllen. Gerade habe ich oft kleine Momente, in denen ich erfüllt bin von Dankbarkeit. Für unser Zuhause, für unsere Kinder, für unsere Freunde, für unsere Liebe, für unsere gemeinsame Zeit.

Vielleicht ist es an der Zeit, Zeit zu haben.

Hinterlasse einen Kommentar