Hallo ihr Lieben. Mein letzter Eintrag ist eine Weile her und in der Zwischenzeit ist viel passiert. Wir feiern gerade gefühlt jede Woche Geburtstage und waren mit unseren Freunden im Urlaub. Der Sommer ist wild und es sind viele schöne Dinge im Gang.
Wenn es außen laut ist, brauche ich manchmal etwas, dass mich im Gegenzug ausgleicht und seit einer Weile bin ich auf den Spuren nach meinen Gaben. Durch meine jahrelange hauptamtliche Tätigkeit in Gemeinde weiß ich ungefähr, welche Gaben ich habe. Umso spannender ist es gerade an einem Kurs in der Gemeinde teilzunehmen und parallel ein Buch über Berufung zu lesen. Beides ermutigt mich, mir Feedback von außen einzuholen und es ist so spannend wie die Menschen um mich herum mich beschreiben und wahrnehmen. Manches ist mir neu, anderes sehr vertraut. bei vielen Rückmeldungen sind mir die Tränen gekommen. Ganz besonders berührt hat mich die von meinem Vater. Er findet mich lustig. Das finde ich richtig cool. Natürlich hat er auch ganz viele andere Sachen geschrieben, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.
Ich habe wohl Gaben, sie sich deutlich zeigen und andere, die teilweise nicht offensichtlich sind. Es wäre so schön, wenn ich es wirklich schaffe diese Gaben einzusetzen. In der Gemeinde, in der Nachbarschaft, im Familienalltag und unter Freunden.
Oft werde ich abgelenkt von dem, was mir eigentlich liegt und mich eigentlich erfüllt und glücklich macht. Weil andere Dinge gebraucht werden und ich das auch übernehmen kann. Manchmal ist das auch ok. Wenn es aber meine komplette Zeit füllt und ich zu nichts anderem mehr komme, dann ist es vielleicht Zeit daran etwas zu ändern. Denn es macht mich nicht zufrieden außerhalb meiner Gaben zu wirken.
Ich bin sehr dankbar, dass ich gerade eine tiefe Gewissheit über das Ergebnis spüre und mich nicht komplett neu entdecken muss. Das wäre nach den letzten Jahren auch ein bisschen verrückt.
Durch den Urlaub habe ich auch wieder neue Anregungen bekommen und möchte in Zukunft öfter alleine (bzw. ohne die Kinder) wandern gehen. Ich liebe die beiden und es macht auch mit ihnen viel Spaß draußen unterwegs zu sein. Alleine, mit meinem Mann oder einem guten Freund unterwegs zu sein, hat eine Tiefe, die mich erstaunt und dafür möchte ich Platz in meinem Leben schaffen.
Was mir gerade mal wieder sehr bewusst wird: Das Leben besteht aus Phasen. Nicht nur bei Kindern. Auch bei mir, meinem Mann, unserer Mitbewohnerin. Es hört nie auf und das ist auch in Ordnung so. Anzunehmen und zu gestalten kann uns manchmal herausfordern und doch spüre ich diese tiefe Gewissheit, dass Gott sich sicher ist, dass ich da gut durch komme und dass ich auch immer wieder mal inne halten und überlegen kann, was sich gerade verändert, was ich tun kann, damit mir das gut tut und ich nicht daran verzweifle. Mit zwei kleinen Kindern ist das nicht immer leicht und ich komme gerade täglich an meine Grenzen. Kurz vor dem Schreien versuche ich mich zu erinnern was ich für eine Mama sein möchte und manchmal muss es auch einfach raus. Jeden Tag gibt es eine neue Chance für mich und für dich. Jeden Tag können wir uns neu ausrichten, neu entscheiden. Nichts bleibt für immer und wir können uns da ganz entspannt finden, ausprobieren und manchmal auch ausruhen.